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Alt 05.03.2007, 22:25
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Standard Testbericht: Desert Palms Pure Clay

Da die Desert Palms Pure Clays im Moment anscheinend weggehen wie warme Semmeln und teilweise extrem gehyped werden, wollte ich hier mal einen möglichst objektiven Testbericht schreiben, da ich sowas hier bisher nicht gefunden habe. Zum Vergleich habe ich einige Paulson-Chips, Nevada Jacks, NexGens, Tournament Clay Chips (von luckyriver.de) und Ultimate Laser Chips. Natürlich ist der Vergleich mit den Paulsons nicht ganz fair, da diese viel teurer sind. Vom Preis her sind die Desert Palms in einer Liga mit den NexGens und den Tournament Clays.

Aussehen: Das ist natürlich ziemlich subjektiv. Optisch gefallen mir die Desert Palms sehr gut. Die Chips haben alle zweifarbige Edgespots, die gut zur Hauptfarbe der Chips passen. Die Farben sind insgesamt gut gewählt und wirken intensiv. Man sieht jedoch sofort, daß die Desert Palms aus Plastik sind und eben keine echten Clay Chips. Die Inlays sind sehr schön gestaltet mit einer einfachen aber stilvollen Grafik. Die Palmen auf den Inlays haben jeweils dieselbe Farbe wie der Chip selbst. Ich finde die Wertaufdrucke ein wenig zu groß und dominant. Die Chips ohne Wertaufdruck haben nur einen relativ dezenten "Las Vegas, NV"-Schriftzug am unteren Rand, was mir besser gefällt. Am Rand ist nochmal der gleiche Text eingeprägt, was ebenfalls gut wirkt.

Klang: Die Desert Palms klingen relativ leise und gedämpft, kein wirklicher Vergleich mit dem vollen Klacken von echten Clay Chips. Trotzdem ist der Klang immer noch recht gut, da die Chips keinen Metallkern haben. Hier war ich ein bißchen enttäuscht nach den guten Dingen, die ich vorher gelesen hatte. Aus technischen Gründen kann man aber von Composite Chips wohl nichts besseres erwarten. Auch wenn die Desert Palms den Clay- und Keramik-Chips unterlegen sind, klingen sie besser als die Konkurrenz in der gleichen Preisklasse. Sie sind in diesem Bereich besser als die Tournament Clays (ebenfalls Composite Chips), die noch dumpfer klingen. Die NexGens sind im Vergleich chancenlos, da sie sich mit ihren Metallkernen wie Ultimates oder beliebige andere Billigchips anhören.

Haptik: Einzelne Chips fühlen sich recht gut und griffig an. Die Chips haben eine angenehm rauhe Textur, und die Labels sind überzogen mit einer transparenten Schicht. Wenn man anfängt zu stapeln, merkt man aber, daß die Chips SEHR glatt sind. Angeblich legt sich das ein wenig nach einigen Spielen, das bleibt noch abzuwarten. Schon kleine Türme fallen sehr leicht um, wenn man sie herumschiebt. Wenn die Rutschigkeit so bleibt, ist das ein klares Minus.

Verarbeitung: Mäßig. Die Verarbeitung war die große Enttäuschung bei der ersten Inspektion. Zuerst das harmlose: Die Inlays sind selten perfekt zentriert, aber die Abweichungen sind meist gering. Es gibt nur sehr wenige Chips, wo das Inlay wirklich daneben geklebt ist (und in solchen Fällen kann man es ablösen und selbst nochmal richtig einkleben). Probleme gibt es allerdings mit der Farbkonsistenz. Manche Chips sind deutlich heller oder dunkler als andere. Dies fällt besonders bei den grünen und den violetten Chips auf. Ein Teil der Chips hat außerdem Dellen, Macken oder Kratzer. Bei einigen sind außerdem noch Plastikreste von der Herstellung vorhanden, die sich teilweise abkratzen lassen. Außerdem gibt es Chips mit spürbar abweichendem Durchmesser. Wenn man Wert auf ein Set ohne größere Fehler legt, sollte man durchaus 10% Chips zusätzlich mitbestellen, um die weniger schönen - von denen es einige gibt - zu ersetzen.

Haltbarkeit: Vermutlich gut. Hier ist es ausnahmsweise von Vorteil, daß die Chips aus Plastik sind. So färben sie natürlich nicht ab wie die Paulsons das sehr gern tun und verlieren auch nicht ihre Kanten wie bei Clay Chips üblich. Keramik-Chips bleichen mit der Zeit aus und verlieren ihren Druck an den Rändern, was ebenfalls keine Gefahr bei den Desert Palms ist. Die Inlays scheinen sehr fest zu sitzen, ohne Gefahr abzufallen. Die Aufkleber der Tournament Clays dagegen sehen sehr lose aus und lösten sich schon bei der Lieferung leicht an den Rändern ab. Man sollte die Desert Palms aber wohl nicht zu hart aufeinander werfen oder auf einen harten Untergrund fallen lassen, da das wahrscheinlich Spuren hinterlassen würde.

Preis/Leistung: Okay. Der Preis liegt bei etwa 30 Cent pro Chip. Damit liegen die Desert Palms in einer Preisklasse mit den NexGens und den Tournament Clays. Nevada Jacks kosten etwa das dreifache, Paulsons etwa das vierfache. Angesichts der genannten Mängel finde ich die Desert Palms etwas überteuert, der Preis ist aber noch akzeptabel.

Fazit: In ihrer Preisklasse gehören die Desert Palms zu den besten Chips, die ich kenne. Sie sind aber keineswegs die Überchips, als die sie hier teilweise dargestellt werden. Ich bin insgesamt recht zufrieden mit den Chips, habe aber das Gefühl, daß ich letztendlich etwas zuviel dafür bezahlt habe. Insgesamt sind die Desert Palms gute Budget-Chips für Leute, die sich keine Chips für mehr als 1€ pro Stück leisten können oder wollen. Den Tournament Clays sind die Desert Palms haushoch überlegen. Wenn man nicht unbedingt Chips mit eigenen Labels braucht, sind die Desert Palms auf meiner Meinung nach wegen Klang und Aussehen auch ein besserer Kauf als die NexGens. Die Desert Palms sind aber merklich teurer als die (soliden) Dice Chips oder andere Billigchips. Manch einer ist vielleicht besser beraten, erst sehr preisgünstige Chips zu kaufen und auf ein wirklich hochwertiges Clay- oder Keramik-Chipset zu sparen, anstatt 150-200€ für die Desert Palms hinzulegen, mit denen man vielleicht auf lange Sicht nicht zufrieden bleibt.

Edit: Hier ein paar Bilder, auf denen man hoffentlich erkennt, was ich zu bemängeln hatte.










Geändert von ffz100 (06.03.2007 um 01:04 Uhr).
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