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Alt 02.03.2007, 18:06
Eisbär Eisbär ist offline
Angler
 
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Eisbär befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Kartenvergleich: Copag vs. KEM (mit Bildern)

Hi,
ich wollte mir mal richtig gute Pokerkarten kaufen. Nach etwas recherchieren stößt man relativ schnell auf zwei Alternativen, an denen man nur schwer vorbeikommt. Copag und KEM.
Weil ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich einfach beide gekauft, um mir selbst ein Bild zu machen. Bestellt habe ich folgende:

1x Doppelpack Copag Master, Bridgesize, Regular Index (Kartenrücken schwarz/rot)
1x KEM Arrow, Pokersize, Regular Index (Kartenrücken blau)

Ich dachte mir, ich stelle die beiden Karten mal kurz gegenüber. Vielleicht ist dies ja dann eine Entscheidungshilfe für den einen oder anderen.


Kauf:
Ich habe beide bei ebay erstanden, das Copag Doppelpack für 17,80 € und das Einzeldeck KEM für 17,49 € jeweils incl. Versand. Man erkennt hier also schon, dass die KEM Karten in etwa doppelt so teuer sind. Lohnt sich der Mehrpreis für die KEM Karten? Dieser Frage werde ich hier nachgehen.

Verpackung (Aufbewahrungsbox):
Sowohl die Copag Karten als auch die KEM Karten kommen in einer schwarzen Plastikbox. Beide Boxen sind aus relativ dickem Kunststoff und machen damit einen sehr stabilen Eindruck. Da die Copags in einer großen Schachtel geliefert werden, ist es am einfachsten hier immer beide Decks mitzunehmen, das hat natürlich einen etwas höheren Platzbedarf zur Folge.
Von der Qualität der Schachteln her, ist die Copag Box besser einzustufen. Die Verarbeitung ist etwas besser, das Design deutlich hochwertiger.




Dass ich im folgenden Bridgesize Karten mit Pokersize Karten vergleiche ist mir bewusst, dies spielt aber für die meisten Beurteilungskriterien keine Rolle.

Material und Verarbeitung:
Die Copag Karten bestehen zu 100% aus PVC, die KEM Karten aus Cellulose Acetat. Dieser Unterschied macht sich gleich mehrfach bemerkbar.
Zum einen ist die Oberflächenstruktur anders. Die Copag Karten haben eine gröber strukturierte Oberfläche. Wenn man mit dem Finger darüberfährt, merkt man, dass die Oberfläche etwas rauher ist als bei den KEM Karten.
Zum anderen ergeben sich aus der Faserstruktur des Cellulose Acetats bei den KEM Karten zwei Nachteile. In der Oberfläche sind auf ein paar wenigen Karten dunklere Einschlüsse zu erkennen (Foto). Diese sind allerdings ein keinem Fall länger als 1mm und nicht dicker als die Breite eines Haares. Ab einem Abstand von ca. 50 cm sind diese kaum noch zu erkennen. Der andere Nachteil ist da schon deutlich gravierender und betrifft die Schnittkanten der Karten. Im Gegensatz zu den Copag Karten, wo diese perfekt geraten ist (absolut gerade und glatt; fährt man mit dem Finger über den Rand des Stapels, erkennt man keinerlei Unebenheiten.), ist der Rand bei den KEM Karten nicht so glatt, sondern man erfühlt hier so einige Unebenheiten und Fransen, die man auch auf den Bilder ganz gut erkennen kann. Dies trübt den Quailtätseindruck doch etwas.
Des weiteren fällt auf, dass die Copag Karten trotz der etwas geringeren Dicke (52 Copag Karten entsprechen exakt 51 KEM Karten) steifer wirken. Die KEM Karten fühlen sich beim Biegen etwas weicher an, dies merkt man allerdings nur bei einzelnen Karten. Der gesamte Stapel verhält sich gleich.




Aufdruck/Bilder/Farbe:
Zunächst zur Farbe des unbedruckten Anteils der Karten. Hier sieht man im direkten Vergleich ganz schnell, dass die KEM Karten ein bläulicheres, helleres Weiß haben. Das Weiß der Copag Karten hat einen leichten gelblichen Stich (am besten sichtbar auf dem Bild mit den beiden Neunen). Wenn man die Karten getrennt vor sich liegen hat, so würde man aber wohl von beiden sagen, dass sie weiß sind.
Der Druck auf den Rückseiten ist in beiden fällen sehr gut. Beide Kartentypen sind hier mit einem absolut scharfen und brillianten Druck versehen. Fehler weisen weder die KEM Karten noch die Copag Karten auf.
Auch die Druckqualität auf der Vorderseite kann bei beiden Karten überzeugen. Keines der aufgebrachten Bilder ist in irgendeiner Weise fehlerhaft. Aber: trotzdem gibt es hier große Unterschiede zwischen den KEM und den Copag Karten. Die Copag Bilder haben zwar keine Fehler, sind allerdings etwas zu matt. Das Schwarz gerät fast schon zu einem dunklen Grau. Das Rot ist in Ordnung, allerdings auch lange nicht so kräftig wie das Rot bei den KEM Karten. Generell sind die Bilder (J, Q, K) dort farbenprächtiger.
Damit ihr generell seht, wie die Buben, Damen und Könige aussehen, habe die diese von beiden mal angehängt (links Copag, rechts KEM). Allen Karten eigen sind die 2 Eckzeichen bei den KEM Karten bzw. die 4 Eckzeichen bei den Copag Karten.




Handling:
Fange ich mal bei den Copag Karten an. Also ich muss sagen, dass ich noch nie so rutschige Karten in der Hand gehalten habe! Es ist gar nicht so einfach diese Karten gut zu mischen. Sie rutschen einem sofort weg. Hält man den Stapel nur von oben und unten fest muss man aufpassen, dass nicht alle Karten dazwischen rausflutschen. Ich habe schon mehrfach den gesamten Stapel unfreiwillig auf dem Fußboden verteilt. (Kleine Anmerkung hier: wenn man die zwei Decks aus dem Doppelpack übereinander und auf die offene Handfläche legt, ist dies schon sehr mit einem Eierlauf zu vergleichen).
Die KEM Karten sind hier um einiges benutzerfreundlicher. Sie rutschen auf jeden Fall auch noch genug und verzeihen auch mal eine falsche Handbewegung.


Sonstiges:
Sowohl den KEM Karten als auch den Copag Karten (beiden Decks) liegen 2 Joker bei. Bei den KEM Karten sind diese identisch, bei den Copag Karten ist einer der beiden Joker nicht ganz "vollwertig" (siehe Bild).
Ein nettes Gimmick der KEM Karten ist der beigelete Poker Guide als zusätzliche Karte.
Den Copag Karten auf der anderen Seite liegt eine Garantiekarte bei, die es garantiert, dass das Deck ausgetauscht wird, wenn es irgendwelche Herstellungsfehler aufweist.
Nich so relevant beim Kauf von Pokerkarten ist wohl der Geruch der Karten. Allerdings fällt einem genau dieser beim Öffnen beider Plastikkarten auf. Beide haben einen sehr speziellen, intensiven Geruch, der sich aber nach einiger Zeit an der frischen Luft verflüchtigt.





Fazit:
Das Fazit habe ich für mich recht schnell gezogen, als ich die KEM Karten ausgepackt habe. Das Handling spielt eine entscheidende Rolle. Und genau da können die KEM Karten im Vergleich zu den Copag Karten punkten. Die Copag Karten sind mir einfach zu rutschig. Hinzu kommt noch, dass die Farben bei den KEM Karten intensiver sind, dagegen sehen die Copag Karten im wahrsten Sinne des Wortes blass aus. Den Nachteil des etwas unschönen und rauhen Randes der Karten kann ich verschmerzen, es trübt den sonst so positiven Eindruck aber etwas.
Die Copag Karten sind aber auch alles andere als eine schlechte Wahl. Die Verarbeitung des Materials ist Spitzenklasse, die blasseren Bilder gefallen dem einen oder anderen vielleicht sogar besser.
Ist der Mehrpreis der KEM Karten gegenüber der Copag Karten also gerechtfertigt? Diese Frage muss sich wohl jeder selber beantworten, denn letztenendes ist es wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks. Für mich heißt die Antwort allerdings: ja.


Gruß,
Lars

Anmerkung: Ich bin mir nicht sicher, ob alle Copag Doppelpacks gleich ausgestattet sind. Bei ebay gibt es anscheinend auch welche mit 3 Jokern je Deck. Das gleiche gilt für die KEM Karten. Ich weiß nicht, wie das bei den anderen KEM Serien mit z.b. dem Poker Guide aussieht.

Geändert von Eisbär (02.03.2007 um 18:21 Uhr)
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