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2012-05-20Didi did it. So titelt das britische Revolverblatt Sun nach dem Champions-League-Sieg von Chelsea bei den Bayern. Didier Drogba, dem alternden Chelsea-Star, fehlte immer noch ein großer internationaler Pott. Didi gewann nicht einfach so durch zwei Tore nach eiskalten Kontern in der regulären Spielzeit, nein, Didi machte das Finale kunstvoll zu einer Tragödie griechischen Ausmaßes.
So einen Scheiß – und das sagt einer, der kein Bayern-Fan ist und auch nie einer werden wird – kann sich keiner ausdenken.

Je länger das Spiel dauerte, umso spürbarer wurde das Ende. Ein fieses Ende, eine Niederlage, die so tief in die Eingeweide schneidet, dass Sportler daran zerbrechen, ihre Zuversicht verlieren und einfach nicht mehr an den großen Sieg glauben können. Die Geburt eines ewigen Zweiten. Diese Niederlage sitzt, Schweinsteiger braucht einen Therapeuten oder wird zu einem Helden, sollte er EM, WM oder Champions League doch noch gewinnen. Kann ja sein, dass hinjeterfotzige Fußballgötter Schweinsteiger für diese Rolle ausgesucht haben.

Jedenfalls spürte ich den Wahnsinn. Beim 1:1 von Didi zwei Minuten vor Schluss war ich noch erstaunt: Nee, echt jetzt? Dann verursachte Didi in der Verlängerung dümmlich einen Elfmeter und gibt Arjen Robben die Chance seine Saison, vielleicht sogar seine Fußballerkarriere, endgültig zu versauen. Robben wird noch mit siebzig bei jedem Elfmeter, den er in der Glotze sieht, an die 95. Minute von München denken. Ich lachte leicht hysterisch. Dabei hätte Robben alles vergessen machen können. Aber die Bayern sind selber schuld. Warum lassen sie auch Robben schießen? Robben verschoss den wichtigen Elfer in Dortmund, unten rechts...

http://youtu.be/VlTAsSytU5I

...  zitterte in Madrid im Halbfinale einen Elfmeter zum 1:2 ins Tor (unten rechts) und war danach so leichenblass, dass ich dachte, jetzt kotzt er auf den königlichen Real-Rasen. Der Mann kann Elfmeter in der Bundesliga schießen, aber nicht bei wichtigen Spielen. Pokalfinale geschenkt (unten rechts).

 

Betrachten wir das Elfmeterschießen als Pokerspiel: Auf welche Ecke hättest du anstelle von Cech spekuliert? Robbens Elfmeter gegen Chelsea war eines CL-Finales nicht würdig: zwar hart, aber mitte rechts, halbhoch hätte noch gefehlt. Ich kicherte inzwischen halb wahnsinnig vor mich hin. Und dann war schon Elferschießen um die ganze harte Suppe:
1:0 Lahm, so eine Art dünne Value Bet.
2:0 Gomez rivert das Full House.
3:1 Neuer. Bitte wer? Sah aus wie ein Draw gegen alle Odds, einfach um den Gegner zu tilten, wenn man trifft.
Vierter Schütze: Olic. Noch nie wurde Top Set so schlecht gespielt. Fünfter Schütze, es steht
3:3: Schweinsteiger liegt am Turn vorne, hält kurz vor der Value Bet inne und wird von Cech ausgesuckt – Fingerspitze, Pfosten, Ball springt raus.
4:3 Didi blufft. Neuer geht nach rechts, Didi macht ihn links rein. Didi did it.

http://youtu.be/Jz58iLgSuhI

Nix war es mit: Unsere Stadt, unser Stadion, unser Pokal. Es gab Finale am Oarsch. 20:1 Ecken sind eben nicht genug, wenn nicht mal eine irgendwie gefährlich wird. Und jetzt wird geweint in München, der Abgrund hat sich geöffnet, das Bayern-Siegergen ist weg. Dreimal Zweiter. Nach dieser Saison gilt auch für Bayern: Dabei sein ist alles.

Okay, das war es vom Sport. Schalten wir um nach San Diego. Dort gab Mike Matusow per Interview eine Vermisstenanzeige auf. Die regelmäßigen Schecks von Full Tilt fehlen ihm bitter.
Jetzt muss er wieder Pokern für den Lebensunterhalt und hat festgestellt: „There is no dead money in America.“ Hart sei es, jeder könne inzwischen Poker spielen. Vielleicht lag diese Aussage auch daran, dass er in der Woche zuvor 75.000 Dollar verloren hatte. Zehn Stunden am Tag spielt er, fünf Tage in der Woche, ein Backer hält ihm den Rücken frei. ( http://www.pkr.com/en/community/stacked/?stackedId=20#page=58 ).
Matusow klingt leicht angeschlagen, wie eigentlich immer seit jenen Tagen bei UB, als ihm Russ Hamilton online eine Million abnahm, weil er die Hole Cards von Matusow sah. Negreanu war bei dem Gespräch dabei und legt eine andere Einstellung an den Tag. Er sei nach dem Schwarzen Freitag bereit gewesen für den Grind. Aber er spricht als Stars-Frontmann aus einer Position mit mehrfach abgesichertem Netz.

Wenn es nicht ans Eingemachte geht, lässt sich das Leben eben leichter nehmen. Zum Beispiel Brian Hastings, der einst in einer einzigen Session Isildur vier Millionen abknöpfte. Der ließ sich kürzlich an einem Tag in Bobby’s Room von Doyle Brunson am Pokertisch und von einem Armani-Shop im Bellagio ausnehmen. Lachte aber trotzdem und ließ sich mit einem Lebowski-Walter-Sobchak-T-Shirt ablichten: „You are entering a world of pain.“ ( http://yfrog.com/z/ocuv8puwj )

Manche bleiben zuversichtlich, andere zweifeln, manche verspielen leichtfertig ihr Glück, andere kämpfen. Bayern hat einen richtig schönen Anti-Lauf, Chelsea das Gegenteil. Full Tilt hat sein sagenhaftes Glück verspielt. Jetzt will Stars den Laden übernehmen. Gerüchte sagen eine Einigung zwischen dem Departement of Justice und Stars bis Ende Mai voraus. Sogar Matusow könnte seine 185.000 Dollar bekommen, die auf Full Tilt lagen, als das Ende kam. Es wäre eine unerwahrscheinliche Rettung der kleinen Pokerwelt. Die Korrektur eines großen Imageschadens, der Beweis, das es auch anders geht.

Vaya con Dios. Zockt weiter.

Kommentare (2)
sbobet
2 Montag, 19. November 2012 um 08:17 Uhr
Shaunmarsh
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Was fehlt? Bayern das Siegergen, Matusow der Full-Tilt-Scheck und Brian Hastings ein paar Dollar
1 Samstag, 03. November 2012 um 22:10 Uhr
nkesi
Glückliche Menschen, würde ich
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