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teachSame procedure as every year. In der Poker Hall of Fame wurde kürzlich Platz gemacht für zwei neue, aber natürlich allseits bekannte Gesichter: Eric Seidel und Dan Harrington. Ich habe mich umgehört und habe niemanden gefunden, der sagte, die beiden hätten es nicht verdient. Beide erfüllen die Bedingungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Poker_Hall_of_Fame), ihre Erfolge sprechen für sich (http://www.pokern.com/news/allgemein/seidel-und-harrington-schaffen-es-in-die-poker-hall-of-fame.html). Beide sind außerdem langjährige Freunde und haben ihr Pokerspiel im berühmten Mayfair Club in New York geformt.


Es gibt aber etwas, was sie unterscheidet. Harrington ist ein Lehrer, ein Wissensvermittler. Seine Bücher über Turnierpoker hatten großen Einfluss auf die Entwicklung des Spiels. Und es gibt wohl kaum einen Turnierspieler, der sich daran nicht geschult hätte. Seidel hingegen ist ein Schweiger, der sich wahrscheinlich lieber die Zunge abbeißen würde, als die Geheimnisse seines Pokererfolgs unters Volk zu streuen.

Seidel glaubt sogar, dass Poker-Trainingsseiten wie Cardrunners schlecht für das Pokerspiel seien. Zu viele Spieler würden dadurch zu schnell gut, sie zahlten dafür wenig Lehrgeld und das Spiel wird allgemein schwerer.
Seine Vorstellung, wie man ein guter Spieler wird, sieht so aus: Du spielst 10.000 Stunden mit guten Spielern und dann bekommst du den Dreh irgendwie raus. Und wenn nicht, Pech gehabt. Es sei ihm ein Rätsel, warum so viele gute Spieler so begierig darauf seien ihr mühsam erworbenes Wissen zu teilen und damit bereitwillig ihren Vorteil preiszugeben. Schließlich würde ein Phil Ivey auch nicht in der Gegend herumlaufen und Ratschläge verteilen, sondern sich einfach an den Tisch setzen und spielen (http://www.pokerplayer.co.uk/news/features/10783/are_training_sites_good_for_poker.html).

 

Das  Dilemma ist alt. Schon Doyle Brunson fand, dass ihn sein Bestseller Super System vermutlich mehr Geld gekostet als es ihm eingebracht hat, weil eben die Spieler dadurch so viel besser geworden seien. Das ist ein bisschen kokett. Andererseits unterschlägt es wie wichtig sein Buch, die Bücher von Harrington und viele andere Bücher für die Entwicklung des Spiels und den Boom waren, den Poker in den letzten Jahren erlebt hat.

 

Seidel ist die Trainingsindustrie, die um das Spiel entstanden ist, aber nicht nur deswegen nicht ganz geheuer. Er sieht da jede Menge Self-Promoter, die andere davon überzeugen müssten, dass sie großartige Spieler sind. Mag sein, dass für manchen Coach das Training der anderen schon wichtiger ist als das eigene Spiel. Und ich erinnere mich, dass es noch nicht so lange her ist, dass ich selbst etwas genervt war von den Trainingsseiten weil ich drei Stunden mit eher schlechten Videos verbracht hatte.

 

Aber dann gibt es eben auch die Sternstunden, in denen dem Durchschnittspieler klar wird, was es wirklich bedeutet ein guter Spieler zu sein - zu sehen wie sie diese Spielsituationen durchdenken und ihre verschiedenen Optionen analysieren.
Ich hatte kürzlich so ein Erlebnis, als ich das erste Video  von John „Nicolak“ Kim sah (http://nicolakpoker.blogspot.com/). Kim rang übrigens mit sich, ob es denn der richtige Schritt sei Videos zu machen, wenn er doch mehr Geld durch das Spielen verdienen könne. Er fürchtete, dass es seinen Gegnern leichter fallen könnte sein Spiel zu durchschauen, nahm es dann aber als Herausforderung. Und vermutlich spielten auch noch ein paar langfristige Überlegungen eine Rolle, mögliche Deals mit Pokerseiten etc.

 

Oder nehmen wir Vanessa Selbst, die kürzlich die NAPT Mohegun Sun gewann (http://en.wikipedia.org/wiki/Vanessa_Selbst). Ich könnte ihr stundenlang zuhören, wenn sie über Poker spricht. Sie tut das mit Begeisterung für das Spiel, völlig frei von Arroganz oder dem Willen unbedingt Recht haben zu müssen. Mir wird dann immer schlagartig klar warum ich das Spiel mag und nie aufgeben würde auch wenn es mal nicht so läuft. It’s fun to think poker.

 

Deswegen sind Trainingsseiten gut für das Spiel. Sie machen klar, dass Poker eine echte Herausforderung ist, dass es viel Zeit und viel Arbeit kostet ein besserer Pokerspieler zu werden. Und dass Poker nicht nur Glücks- sondern Geschicklichkeitsspiel ist. Deswegen werden eines Tages wahrscheinlich auch Taylor Caby und Jay Rosenkrantz in die Hall of Fame aufgenommen, sie werden ihren Platz finden an der Seite von Henry Orenstein, dem Erfinder der Hole Cam. Bis es soweit ist, vertreiben sich Caby und Rosenkrantz die Zeit mit einem Film, den sie produzieren wollen: Boom – The Incredible True Story Of Online Poker. (http://www.dangerlion.com/?p=750)

 

Victor Vega

Kommentare (1)
Poker
1 Montag, 27. Dezember 2010 um 10:54 Uhr
Michaela
Sieht so aus als ob sehr viele Leute entweder Poker spielen oder sonstige Spiele.
Seid ihr schon mal auf die Idee gekommen damit wirklich ein Geschäft aufzubauen um damit regelmässig Geld zu verdienen, aber nicht nur wenn man selbst spielt, sondern immer!
Ich mache das jetzt so, habe mir sogenannte Anteile eines Online Casinos (mit Poker und allen Casino Spielen ) erworben. Falls ihr Interesse habt meldet euch bei mir.
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