Bist du WÜTEND? Zähl bis vier, hilft das nicht dann explodier! (Wilhelm Busch) ja dieser nette Spruch hängt bei mir an der Wand, schön in meinem Blickwinkel neben dem Laptop.


Wikipedia
weiß auch etwas Schlaues zum Thema Wut und zwar: “ Die Wut (in gehobener Sprache auch lateinisch Furor) ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion, ausgelöst durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z. B. eine Kränkung. Wut ist heftiger als der Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn. Wer wütet, zerstört blindlings. Wer häufig in Wut gerät, gilt als Wüterich.“

Musik zum Text: The Dust Brothers – Chemical burn

Nun denn, dann wüten wir Mal. Besser gesagt rasten wir gepflegt einmal eine Runde aus und tilten bis die Maus bricht. PET Flaschen, Chips, Mülleimer, Bücher, Mäuse, Kissen, Aschenbecher, Tassen alles Dinge mit sehr interessanten Flugeigenschaften . Quasi die Faszination der Zerstörung. Ja doch es hat etwas wenn eine Tasse in die Wand einschlägt, in Slow Motion würde man sehen wie sich das Porzellan langsam staucht, ausdehnt, den Druck nicht mehr aushält, sich kleine Risse bilden, die Spannung reißt und tauschend kleine Splitter nach allen Seiten wegspritzen. Kaputt. Tief ausatmen. Und nun? Schreien? Fluchen? Noch etwas werfen? Noch etwas kaputt machen? Und genau in diesem Augenblick bräuchten wir eine Stopp Taste. Einfach drücken und aus der Szene aussteigen, den Blickwinkel ändern. Uns von außen sehen können, uns selbst im Standbild sehen. Den Gesichtsausdruck genauestens betrachten. Und wir würden erschrecken welche Fratze uns da anstarrt. Vielleicht würden wir anfangen diese Fratze zu deuten und zu hinterfragen, ist es wirklich Wut die ich da sehe, oder ist es sogar die Steigerung von Wut. Ist es Hass? Oder ist es einfach nur Frustration. Dem aufgeweckten Leser ist natürlich nicht entgangen das es jetzt schon viel zu spät ist. Wir sind bereits wieder mittendrin in unserer Reaktionskette. Und was jetzt?

Sich mit Valium und Betablocker eindecken? Antiaggressionstraining machen? Alternatives Wurfmaterial suchen? Mit Yoga anfangen? Meditieren? Sandsack kaufen? Sich sagen “nimm es gelassener“ und bei diesem Spruch schon das blanke kotzen bekommen? Raus lassen? Runterschlucken? Weitermachen? Betäuben? Ausschalten? Mmh Ausschalten keine schlechte Idee und dann glücklich wie eine Hindu Kuh durchs Leben zu wandern? Auch nicht das Wahre, zu mindestens für mich persönlich. Ich mag meine Emotionen, auch meine Wut. Gut schön ist sie nicht, aber es steckt verdammt viel Energie in ihr. Energie die ich nutzen kann, auch in einer positiven Weise. Sie kann mir zum Beispiel den Motivationsschub geben mich endlich damit zu befassen warum ich wütend werde.So dass ich mir die Auslöser anschauen kann. Denn im Grunde genommen werde ich, an der Wut an sich, nichts ändern können, aber an dem was sie Auslöst kann ich sehr wohl etwas ändern.

In diesem Sinne, R.I.P der Computermäuse die während eines tilts ihr Leben lassen mussten.

Zartbitter