Leere ist vielleicht nicht das passende Wort, aber das erste das dir einfällt und doch irgendwie trifft es genau. Es trifft auf den Punkt wie du dich fühlst. Du fühlst dich klein und schwach, ja fast schon hilflos und es ist dir egal. Dinge die dir früher Freude bereitet haben, sind zu Nichtigkeiten geworden. Und eigentlich fühlst du dich wie lebendig Tot, denn du fühlst nichts mehr. Erst nach sehr intensivem Nachfühlen kommt eine Flut von Emotionen hoch, wobei eine tiefe Traurigkeit das meiste verschluckt. Alles was übrig bleibt ist der kleine traurig graue Rest deines Selbst, das du früher mal mit “ich“ betitelt hast. So, oder so ähnlich, geht es jedem 5ten (!) Menschen einmal in seinem Leben.

20% der Erwachsenen in Deutschland erkranken einmal in ihrem Leben an einer Depression1.  Allerdings wird nur die Hälfte der Erkrankungen entdeckt und behandelt. Depressionen sind mittlerweile eine Volkskrankheit, die bei 10-15% der Betroffenen im Selbstmord endet. Eine Volkskrankheit die keinen Unterschied zwischen sozialen Schichten, Geschlecht, Kultur noch Alter macht. Eine Krankheit die weiterhin ein Tabu Thema ist, trotz Tausender Betroffenen.  „Und was hat das ganze jetzt mit Poker zu tun?“, wird der ein oder andere sich nun fragen. Nun, soviel wie mit dem täglichen Leben, denn es kann jeden treffen und das ohne Vorwarnung. Auch die Pokerszene bleibt davon nicht verschont. Mike Matusow ist einer der wenigen Größen der Pokerszene der sich öffentlich zu seiner Erkrankung bekannt hat. Allerdings ist er von einer besonderen Form der Depression betroffen, der bipolaren affektiven Störung, die neben depressiven Episoden auch durch manische Episoden gekennzeichnet ist. Nebenbei Angemerkt, viele Spielsüchtige2 haben als Ursache ihrer Sucht eigentlich eine Depression als Grunderkrankung, die Spielsucht hat sich im Laufe der Zeit als eine Art destruktive Bewältigungsstrategien manifestiert. Dies nimmt der Betroffene aber nicht mehr als destruktives Verhalten wahr.

Auf der einen Seite ist diese Erkrankung ein Tabuthema, auf der anderen Seite ist es in Mode ein bisschen depressiv zu sein.  Siehe nur das jugendkulturelles Modephänomen Emo, oder wie leichtfertig man sagt „ach irgendwie bin ich heute etwas depressiv“.

Eine tatsächliche Depression ist eine schwere Erkrankung die behandelt werden muss, denn der Botenstoffhaushalt (Neurotransmitter -> Serotonin) des Gehirns ist bei einer Depression gestört. Das ist nichts was einfach mal so wieder weggeht! Depressionen sind heute sehr gut behandelbar, je nach Form sogar vollständig heilbar. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die durch einen Neurologen auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Wer den Verdacht hat an einer Depression erkrankt zu sein, den möchte ich bitten sich an einen Arzt des Vertrauens zu wenden und sich die fachmännische Hilfe zu holen, die jedem Menschen zusteht!

 

 

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