Es stört mich nicht gegen gute Spieler zu verlieren, gut schön ist es nicht dem Stack hinterher zu schauen, aber verkraftbar. Ich habe schlecht gespielt, oder die Bluff Story war nicht stimmig, alles in allem gebe ich mich würdevoll geschlagen und schiebe noch ein nice hand hinterher, und meine es auch so.

 

Aber das ist nicht der Punkt, jeder verliert mal. Die einen mehr die anderen weniger. Was mich momentan beschäftigt ist die Tatsache was löst das verlieren in mir aus. Es gibt sicher Spieler die relativ emotionslos spielen, ich bin keine davon. Poker hat für mich etwas mit Leidenschaft zu tun, mit Fallen bauen, eine Geschichte erzählen, den Gegner zu knacken, mir etwas zu erarbeiten, zu kämpfen und schlussendlich dafür ein Ergebnis zu sehen. Und irgendwie auch mit Stolz. Ich denke genau dieser Stolz ist es, der mich heute ontilt laufen lassen. Denn ich habe gut gespielt, zumindest bekomme ich das von den Menschen gesagt die meine Hand History gegen kontrollieren, ja klein Guppy braucht das einfach. Aber es fühlt sich für mich nicht stimmig an. Ich war sauer. Sauer wegen der Calling Station, gegen den alle anderen am Tisch gewonnen haben, nur ich nicht, bei mir trifft er natürlich seinen Gutshot auf dem river. Und der Allin small Stack pusht nach meinen preflop raise natürlich allin und trifft mit K3 logischerweise two pair und killt damit meine Asse. Und noch einige andere Situationen bei denen ich rein rechnerisch deutlich vorne war. Coach sagt Pech. Ich sage, ich hätte aufhören müssen, habe aber den Absprung nicht geschafft. Ich war zu stolz das Feld einfach zu räumen. So wie an den Tagen, an denen ich es bereits nach kurzer Zeit merke, das es gerade nicht läuft. Ich das Fenster ruhigen Gewissens schließe, etwas anderes mache und es vielleicht eine Stunde später noch einmal wage.

 

Und was lernen wir daraus? Stolz ist eine feine Sache, solange er mir nicht die Sicht auf das Wesentliche blockiert, und mich 400$ kostet.

 

Zartbitter