Schon vor ein paar Tagen geschrieben, komme ich erst dazu, meinen Bericht über die Deutschen Pokermeisterschaften vom vergangenen Wochenende zu posten. 
 
Donnerstag morgen 09:00 Uhr: Der Wecker klingelt an meinem Urlaubstag doch etwas früher als mir an einem Urlaubstag eigentlich lieb ist. “Es ist ja für ‘nen guten Zweck 😉 ” denke ich mir, stehe auf, mach mich fertig, pack meinen Koffer und fahr gemeinsam mit meiner inzwischen eingetroffenen Freundin in Richtung Bad Zwischenahn – dem Austragungsort der diesjährigen Deutschen Pokermeisterschaft (DPM). 
 
Sieben Stunden, eine halbe Tüte Maoam Kracher und 600km später sind wir dann auch im hohen Norden angekommen, haben in unserem 14km vom Casino entfernten Hotel eingecheckt, uns für den Abend fertig gemacht und die Spielbank Bad Zwischenahn betreten. Als einer der ersten Spieler des Donnerstags checke ich vor dem Spielsaal ein und erhalte neben einem Teilnehmerticket weitere Details zum Turnier: acht FR-Tische, 5.000 Chips Starting Stack und 30min Blind Levels, die letzten 20 Spieler qualifizieren sich (zusammen mit den letzten 20 vom Freitag) für den Finaltag am Samstag. 
 
Um ca. 20:15 Uhr geht’s dann endlich los! Wie der Zufall so will, sitze ich Rücken an Rücken mit unserem deutschen WSOP-Bracelet-Winner Dr. Michael Keiner und habe “das Vergnügen” in direkter Position mit Maxi “Moxl” Müller an einem Tisch zu sitzen – Maxi qualifizierte sich vor einigen Wochen im HU gegen DaPapst für die Meisterschaften (http://blog.pokern.com/berlin-trip/). Ihr Kommentar auf meine Position: “Oh, Out-of-Position gegen ‘nen Fisch… das kann ich gut!” Von den weiteren acht am Tisch kenne ich keinen, es sollte sich aber als einer der tougheren Tische herausstellen (Ahmet Koc, Gewinner der DPM 2000, war einer der Unbekannten 😉 ). 
 
In den drei Blind-Levels vor dem Dinner-Break verabschieden sich zwei Leute von unserem Tisch: # 1 spielte jede der ersten zehn Hände und verlor mit einem Gutshot- und Flush-Draw gegen einen letztendlich höheren Flush, # 2 wurde mit AA vs. KK preflop All-In von Maxi auf 400 Chips dezimiert und schied in der Folge unspektakulär aus. Zum Abendessen ging ich mit 5.300 Chips (Durchschnitt 5.400) und außer einem nicen Bluff gegen Maxi so gut wie keiner Action. 
 
Ordentlich gestärkt konnte ich mit der zweiten und dritten Hand nach dem Break meinen Stack auf ca. 9k ausbauen: K9 im SB wird von mir gelimpt und neben dem BB und Button geht MP to the Flop. Mit nem KK9 Flop kann ja nun wirklich keiner rechnen 😉 JJ vervollständigt das Board und da MP als Aggressor fungiert, kann ich es mir erlauben Ihn erst aufm River zu re-raisen: knappe 5.000 Chips umfasst der Pot am River nach seinem Call mit J9. Eben dieser Spieler kam als Big Stack an den Tisch und verlor jede gespielte Hand gegen mich. 
 
Nach dem Race for Chips wuchs mein Stack weiter auf 12.000 – das reichte um bei 10 Ausgeschiedenen immerhin Zweiter oder Dritter zu sein. Leider sollte dies der höchste Chipstand sein, den ich im Turnier sah. Der Anfang vom Ende kam in 2nd Position mit Pocket 9, die ich bei 200/400 auf 1.200 raiste. Koc movte nach langem card dead fast instand All-In und ich callte auf 3.500 Chips. Mein Read (AK, AQ) wurde bestätigt und er zeigte AKo in rot. Ein Flop voller Low-Cards gefiel mir gut und erst das dritte Herz am Turn ließ mich Zittern. Das Herz-As gab Ihm den Nut-Flush und schickte mich ins Grübeln. Mit dem komfortablen Polster und den bereits investierten Chips hatte ich sogar gute Odds, doch eventuell ließ ich mich durch die Möglichkeit einen deutlichen Vorsprung zu ergattern, zu sehr zum Call leiten. 
 
Anschließend kam ich nicht mehr richtig in Tritt und legte z.B. im selben Level KQo nach Raise auf 1.000 gegen ein erneutes All-In von ca. 3.000 ab. Um ca. 00:30 Uhr und Blinds von 400/800 wurde ich an einen neuen Tisch verschoben, an dem ich die zweite Hand die Blinds kassierte und direkt anschließend AK Karo auf 2.000 von meinen verbliebenen 9.000 Chips raiste und auf 5.000 re-raist wurde. Ohne Reads whatsoever pushte ich instantly All-In und wurde durch JJ schwarz gecallt. Vier Kreuz gaben Ihm die Nuts und warfen mich schlussendlich als 40. des ersten Tages aus dem Turnier. 
 
Außer Spesen nix gewesen, aber Spass gemacht hat es allemal und die Erfahrung war es wert! Wenigstens eine Last Longer Wette gegen Keiner und Maxi hätte ich gewonnen 😉