Pokerstacks StoreEin Mensch hat täglich etwa 60.000 Gedanken und Ideen. Davon sind etwa 3.000 Ideen neu. Das – oder etwas Sinngemäßes – habe ich neulich in einem Buch von Thorsten Havener gelesen. Wenn auch nur ein Bruchteil dieser 3.000 Ideen Potential haben, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sollten wir uns viel Zeit nehmen und diesen Gedanken mehr Beachtung schenken.

Doch die Idee ist „nur“ der Grundstein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Umsetzung.

Ich habe die letzten Wochen und Monaten viel Zeit und Geld dafür ausgeben müssen, um Fehler, die ich bei der Umsetzung gemacht habe, wieder auszubügeln. Ich habe mir nun vorgenommen wöchentlich einen kurzen Blogeintrag zu einem Thema aus der Gründungsphase zu schreiben, in dem ich darauf eingehe, welche Entscheidungen eher suboptimal waren und wie ich es im Nachhinein machen würde. Außerdem werde ich hin und wieder mal berichten, wenn es was Neues oder besondere Angebote gibt.

Bevor ich mich aber dem ersten Thema zuwende, vorab eine kurze Ankündigung: Ich produziere und verkaufe die Poker-Bündel jetzt unter dem Namen „Poker Stacks“. Der Webshop wurde komplett neu aufgesetzt, ist aber noch nicht zu 100% fertig (z.B. fehlen noch die richtigen Bannergrafiken auf der Startseite). Den Shop findet ihr unter folgender URL: http://www.poker-stacks.eu/ Anregungen, Lob und Kritik sind immer willkommen! (Der Shop befindet sich nicht mehr in der Testphase, sodass Bestellungen ganz normal abgewickelt werden, wenn sie eingehen => bitte nicht wild bestellen, wenn ihr nichts kaufen wollt) :>
Jetzt aber zum ersten Thema…

1) Partner

Im ersten Post soll es darum gehen, wen man bei der Gründung mit ins Boot holt und wie man diese Person integriert:

Einen Partner bei der Gründungsphase dabei zu haben kann viele Vorteile haben und oft ist es so verlockend, dass man nicht über alle Konsequenzen nachdenkt. Dabei ist genau diese Entscheidung meiner Meinung nach die wichtigste überhaupt. Ein Partner halbiert das Startkapital – er hat Ideen, auf die man selbst vielleicht nicht kommen würde – Denkfehler können vom Partner korrigiert werden und er erbringt u.U. Leistungen, die man nun nicht mehr zahlen muss (jedenfalls nicht direkt).  Die Alternative, ein Projekt ohne Partner umzusetzen, bietet jedoch auch zahlreiche Vorteile: Man ist sein eigener Chef – kann selbst bestimmen, wann wieviel in welcher Qualität produziert wird und braucht sich nicht damit rumärgern, dasss der Partner unfähig und unwillig ist genau so viel Arbeitzeit in ein Projekt zu stecken, wie man selbst. Der letzte Punkt impliziert zwei sehr wichtige Faktoren, die man bei der Auswahl eines etwaigen Partners beachten sollte: Zum einen sollte man seinen Partner nicht danach aussuchen, wie gut man sich mit ihm bisher verstanden hatte (gut befreundet zu sein kann sogar schlecht für eine Geschäftspartnerschaft sein). Viel mehr sollte man seinen Partner primär danach aussuchen, wie gut seine Fähigkeiten für den jeweiligen Posten sind. Das hört sich erst einmal trivial an – jedoch vergisst man auch schnell, dass eine Partnerschaft über die Gründungsphase hinaus bestehen muss und die Arbeit auch danach gleichmäßig  verteilt werden kann.

Als ich die Idee mit den Spielgeldbündeln umsetzen wollte, habe ich mir einen befreundeten, design-affinen Kommilitonen mit ins Boot geholt. So konnte ich die Kosten für das Design der Scheine und Banderolen sparen, hatte immer eine 2. Meinung, habe das Investitionsrisiko halbiert und einem (damaligen) Freund einen großen Gefallen getan, weil er unbedingt damit sein wollte. Hört sich erst einmal gar nicht so abwegig an und anfangs lief auch alles bestens: Wir hatten uns darauf geeinigt die Spritkosten für Autofahrten zu teilen, da er kein Auto besaß, er hatte sich um das Design der Scheine und Banderolen gekümmert, ich habe die Webseite aufgebaut, die Produktion, Lagerhaltung und Versand  in der väterlichen Druckerei organisiert. Bis dahin war ich mit meiner Entscheidung weitesgehend zufrieden. Als das Design jedoch fertig war musste ich mich damit beschäftigen, wie ich ihn weiterhin beschäftigen wollte um seine 50%ige Gewinnbeteilung zu rechtfertigen. Leider war er nicht besonders gründlich was das Arbeiten betrifft und hatte starke Rechtschreibprobleme, weswegen ich ihm weder den Kundenkontakt, noch die Buchhaltung, Lagerverwaltung andere Bereiche überlassen wollte. Darüber hinaus war er nicht besonders loyal, hat mich mehrfach belogen und hatte noch andere – weitaus schwerwiegendere, schlechte Eigenschaften, die ich hier aber nicht öffentlich machen will. Mit Sätzen wie „das hättest du doch vorher wissen müssen“ hatte er zwar nicht ganz unrecht, jedoch rechtfertigt es trotzdem nicht seine 50%igen Firmenanteile ohne 50% Arbeitsanteile.

Schlussendlich musste ich die Partnerschaft (in Form der GbR) auflösen. Ich hatte ihm angeboten das Abwicklungsverfahren möglichst einfach zu gestalten, in dem wir das einvernehmlich, ohne Anwalt und Co., beenden und ich seine Anteile oder er meine Anteile zu einem angemessenen Preis kaufen kann. Der Verkaufende würde sich aus dem Bereich komplett zurück ziehen. Für meine (50%igen) Anteile bot er mir 5k€, was nicht einmal dem Lagerbestand entsprach, für seinen Anteil wollte er utopische 100.000 €. Jetzt läuft die Abwicklung nur noch über unsere Anwälte (die mich 200€ die Stunde kosten), das Fahrtgeld aktzeptiert er nicht mehr (hatten wir nicht schriftlich festgehalten) und auch die kleinen Rechnungsbeträge, die ich vorgestreckt hatte, will er nicht als Firmenkosten akzeptieren. Es ist wirklich traurig, wie man sich in einem Menschen so täuschen kann…

In dem Sinne… bis zum nächsten Post (wahrscheinlich am kommenden Sonntag), in dem ich über die Gründung verschiedener Gesellschaftsformen und die damit verbundenen Möglichkeiten und Schwierigkeiten schreiben will. Wenn euch andere Themen mehr interessieren, sagt einfach bescheid – dann kann ich diese eventuell mit einbinden oder vielleicht sogar zum Hauptthema des nächsten Posts machen.

Pokerface