Ich habe mal wieder meine Hand History zur Fehlersuche bei meinem Coach abgeliefert. Dummer Fehler *. Kurze Zeit später klingelt auch schon das Telefon. „Das sieht nicht so gut aus“ –„ Ich weiß, der September war grottig“. „Na dann schauen wir mal was du angestellt hast“, ich spiele mit dem Gedanken mich tot zu stellen oder zu flüchten, noch habe ich die Gelegenheit dazu. Schweigen am anderen Ende der Leitung, nicht gut, gar nicht gut!  „Also…“, ein also ist nie gut, das ist gleich bedeutend mit, das ist der Anfang vom Ende. Panik! Zurück zu „Also, Hand Nr. Schlag mich tot, warum hast du preflop nicht geraist?“ „Ähm äh ja, keine Ahnung“. Hand Nr. bla „ Mehr auf die Position achten“.  20 Minuten später schwanke ich zwischen Schreikrampf und mal eben gepflegt eine Runde heulen. Mittlerweile habe ich gehört das ich entweder zu aggressiv spiele oder nicht das raushole was ich könnte. Das ich in Situationen zahle wo ich es nicht sollte und nicht zahle wo ich es zahlen sollte. Fehler die ich sonst nicht mehr mache, habe ich diesen Monat am laufenden Band produziert. Nach einer Stunde sind wir fertig, er mit analysieren und ich mit den Nerven. Von mir ist ein kleines Häufchen Elend übrig das man problemlos unter den Teppich kehren kann. „Habe ich überhaupt etwas richtig gemacht, oder soll ich es lieber gleich bleiben lassen?“ – „Aber ja doch, du spielst wirklich gut, gut du machst noch Fehler aber denk daran du spielst noch nicht lange. Alles was diesen Monat gefehlt war, das du im Vergleich zu den letzten Monaten, kaum große Pötte gewonnen hast, plus die üblichen bad beats und noch ein paar Fehler und schon hast du eine schlechte Monatsbilanz.“

Und was lernt klein Guppy daraus? Nicht entmutigen lassen, tief durchatmen, einen kühlen Kopf bewahren und den September als “so macht man es nicht“ in Erinnerung behalten.

 

 

Zartbitter

* Textsoundtrack Simian – La Breeze