[Der folgende Text repräsentiert nicht die Meinung der Betreiber von Pokern.com. Er spiegelt rein die Gedanken und die persönliche Meinung der Autorin wieder.] – Anm. d. Autorin

Eigentlich wollte ich einen Beitrag über fair play schreiben, aber wie das Leben so spielt war das Forum mal wieder schneller und brachte mich auf einen anderen Gedanken. Und so kamen wir von Marotten beim Pokern auf Drogen und Poker.

Allerdings tue ich mir gerade schwer damit einen Anfang zu finden. Ich muss an Stu Ungar denken, für den Drogen das Karriere Aus bedeutet haben. An Mike Matusow der wegen Drogen ins Gefängnis kam. An das WSOP Satellit Anfang des Jahres, als der ¾ Tisch es lustig fand sich jetzt einen Joint zu bauen und gemeinsam breit online zu spielen, der Chat 15 Minuten später war übrigens sehr unterhaltsam. Also schmeiße ich mal Google an und stelle fest, es gibt keinen einzigen Artikel zu diesem Thema, alles was ich finde sind Spieler die ihre Erfahrung berichten, Forumsbeiträge, Verweise auf die Poker Pros die ich bereits genannt habe. Das lässt sich ändern dachte ich mir, also beginne ich mit meinem Schreibritual, ich suche mir den passenden Textsoundtrack *. Eine halbe Stunde später habe ich dann auch endlich etwas Passendes gefunden, nur um dann das leere Word Dokument anzustarren. Tolle Leistung. Mittlerweile weiß ich warum es keinen Artikel dazu gibt, das Thema ist schwer. Egal wie ich es anstelle am Ende werde ich entweder die Pro oder Kontra Stellung einnehmen. Kopf oder Zahl?

Schlussendlich entscheide ich mich für den schwierigsten Weg, den ehrlichen.

Ich weiß wie es ist dabei hilflos zuzusehen zu wie jemand an Drogen zu Grunde geht. Ich weiß wie viele der Patienten der hiesigen Kinder- und Jugendliche- psychiatrischen Station momentan dort auf Grund Drogeninduzierter Psychose sind. Ich weiß wie fertig mache von den Substitution Patienten sind, die täglich morgens, 30 Minuten vor der Öffnungszeit, auf glühenden Kohlen vor der Apotheke stehen um ihre Methadon Ration einzunehmen. Ich kann die Definition von Drogen und Betäubungsmittel seit dem ersten Semester auswendig. Ich weiß wie Tetrahydrocannabinol chemisch aussieht. Und ich weiß auch wie es wirkt. Wie es sich anfühlt wenn diese süße Schwere einsetzt, man sich hemmungslos über irgendeinen Mist kaputt lacht. Wenn man das Gefühl hat, das Alles irgendwie einen Sinn ergibt und man sich in der Endlosschleife eines Gedanken befindet. Und irgendwo spuckt es penetrant zwischen meinen Gehirnwindungen, das Worte auch verführen können. So hat damals das Buch “Wir die Kinder vom Bahnhof Zoo“, viele Jugendliche neugierig gemacht, und stand deshalb auch stark in der Kritik.

Poker ist ein Glücksspiel und hat eine Suchtkomponente ebenso wie Drogen, das ist einfach Fakt. Allerdings ist Poker auch ein Spiel das einen klaren Verstand benötigt. Wie also passen diese zwei Dinge zusammen? Eigentlich gar nicht und doch irgendwie sehr. Jede Droge wirkt anders auf jeden Mensch. Während der eine zu großartig nichts mehr fähig ist außer breit/ high zu sein, laufen andere zu geistigen Hochformen auf. Und wieder ein andere kommt auf die fixe Idee sich an den Tisch zu setzen und ein bisschen zu spielen. In dem Fall, ich. Kann das gut gehen? Meiner persönliche Erfahrung nach ja, allerdings habe ich den nötigen Respekt, einmal vor der Wirkung einer Droge und deren Auswirkung und vor meinem Geld. Also habe ich mich damals dazu entschieden im Spielgeld Modus zu spielen, 50er sit&gos. Schlussendlich hatte ich an einem Abend ca. 40 gespielt, teilweise 8 gleichzeitig, normalerweise packe ich zwei. Ein paar habe ich gewonnen, bei ein paar bin ich ins (Spiel)Geld gekommen. Dachte zwischenzeitig ich weiß welche Karte als nächstes kommt. Habe die dümmsten calls gemacht. Hatte einen Lachkrampf wegen J A, Jackass. Alles in allem hatte ich meinen Spaß. Würde ich mich breit an einen Cash Game Tisch setzen?

Klares Nein! Denn im Nachhinein könnte ich nicht sagen wer gespielt hat. Die Droge oder ich?

 

 

Zartbitter, die auch nur einen weiteren Erfahrungsbericht geschrieben hat

 

* Textsoundtrack Pixies – Where is my mind