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Tag 2
Geschrieben von: Figool Mittwoch, 07. Oktober 2009 um 09:07 Uhr
Moin Leute,
Gestern war ein actionreicher Tag. 3648 Hände sind es geworden, quer durch alle limits.
Zunächst hab ich NL200 gemasstabled. Dann NL400, wo es super scheiße lief und am Ende, spät abends, hats mich dann auf NL600 und NL1k verschlagen.Hier erstmal der Graph:
Wie man sieht bin ich BB-technisch down. Allerdings habe ich einen Netto-Verlust von gerade mal 32$ zu beklagen. Das erklärt sich halt durch die verschiedenen Stakes die in dem Graph zusammenlaufen. So, dann hier nochmal ein paar Hände. Langweilig wars nicht!
http://www.pokerhand.org/?4761667
perfekte squeeze situation. In dem spot seh ich den openraiser ziemlich loose 4betten. Wir sind deep und ich muss alles ausser premiums folden.
Ich denke ich hab hier keine andere Wahl als zu pushen. jede 5bet commited mich und 4bet callen oop gefällt mir nicht, da ich AK auf vielen Flops noch als Kunden verliere.Also shipp it! happens
http://www.pokerhand.org/?4761848
villain war hier der tabledonk. TT vs. UTG opener zu flatten ist standard denke ich. Der Flop hittet uns beide super hart und die Dinge nehmen ihren Lauf.
http://www.pokerhand.org/?4761886
Ich war im Begriff die session zu quitten und war schon dabei mich ausblinden zu lassen als mir diese Schönheit über den Weg lief. villain war einer von 2 fishen am tisch und da kann man 45s ja nicht achtlos an sich vorbeiziehen lassen. potsize donk is standard, weil fish hier nichts folded. Gar nichts!
Ansonsten gabs noch die standard coinflip-hände, die aber langweilig sind und die jeder kennt.
Wie gehts jetzt weiter? Nun, um 12:20 habe ich erstmal Startzeit für ein Golfturnier. Wohl die letzte Möglichkeit in diesem Jahr noch das Handicap zu verbessern/verschlechtern. Da werd ich nochmal voll attackieren und alles geben. Mal sehen wann ich noch zum pokern komme. so ab 22uhr vielleicht. na ja. Werde morgen früh wieder berichten.
Einen schönen Tag.
Figool
Tag 1
Geschrieben von: Figool Dienstag, 06. Oktober 2009 um 08:15 Uhr
Guten Morgen/Mittag/Abend
Vorweg: Mein Handicap konnte ich nicht verbessern. Loser! Mittwoch spiel ich nochmal ein Turnier, falls das Wetter einigermaßen gut ist.
So, der erste Tag meiner komischen "Halb-challenge" ist rum. Die 4742 gespielten Hände hab ich in zwei sessions gespielt. Eine so um die Mittagszeit und eine spät abends. Ich bin relativ hot gerunnt, so wie man es sich wünscht. Ich habe mich entschieden NL200 zu masstablen, denn um die Mittagszeit ist NL400 ziemlich tough und NL200 ist eigentlich egal zu welcher Tageszeit recht easy. Am Ende kamen 9 gewonnene stacks dabei heraus. Hier mal der graph in BigBlinds:
Dann hier noch ein paar Hände aus der session:
http://www.pokerhand.org/?4759618
Meine allererste Hand an dem Tisch. Wir sind momentan headsup und 200BB deep. Den River zu checken ist wohl die beste line, da hier fast any spade nochmal bettet. Wenn ich selber nochmal den River anspiele werd ich kaum gereraist von Qs oder Js. schön, dass er pusht und nicht das As hat.
http://www.pokerhand.org/?4759626
Der turn call ist ok wegen der guten implied odds, ausserdem kann ich noch auf any diamond den river bluffen, falls er zu mir checkt.
http://www.pokerhand.org/?4759629
Hier call ich den tighten UTG raise nur. Der Tisch war sehr squeeze-freudig und so hab ich die extra-option nochmals drüber zugehen mit underrepped AK falls jemand squeezed, oder eben in position weiter zu spielen. schön ausgesucked :-)
http://www.pokerhand.org/?4759631
Ein kleines Highlight der session! worst possible turn und GIN on the River. Ein out ist besser als kein out.
http://www.pokerhand.org/?4759639
Hier wurde ich übelst geslowrolled nach meinem check-raise am Flop. Er tankt und lässt die timebank komplett runterlaufen. merk ich mir!
So das solls mal an Händen genügen, sonst wird es zu viel. Wobei eine hab ich noch. MTT letzte Woche. Sieht man auch nicht so oft.
http://www.pokerhand.org/?4747326
Schreib morgen dann die nächste Zusammenfassung von heute. Keine Ahnung wie ausführlich das wird. Schönen Tag und bis dann.
Figool
The grind is on
Geschrieben von: Figool Freitag, 02. Oktober 2009 um 00:11 Uhr
Hi boys and girls,Eigentlich wollte ich ja in den Ferien (jetzt!!!) eine challenge starten bezüglich gespielte hände pro Tag. Zum Beispiel 10k Hände am Tag oder so.Allerdings ist es nicht ratsam auf NL400 zu 12 tablen, jedenfalls glaube ich nicht, dass es von Erfolg gekrönt wäre.Auf NL200 würd das klar gehen.Ich hab schon die letzten Tage ordentlich Hände abgerissen und bin eigentlich zufrieden soweit.Ich denke, dass ich am Montag wieder nach Münster fahren werde, wo die Bedingungen zum hardcore-grinden besser sind. (30"Monitor, bequemerer Sessel usw.) Ich werd dann spontan entscheiden, ob ich NL200 masstable oder NL400 spiele. Ich geb jetzt mal kein Ziel aus was $$ oder winrate anbelangt, da die samplesize eh zu gering sein wird, aber der Ehrgeiz ist da, eine Menge zu spielen. Ich nehme mir mal vor täglich eine kleine Zusammenfassung zu geben, wo ich dann auch ein paar "interessante" Hände poste, wenn welche vorhanden sind. Ob ichs durchhalte ist ne andere Sache :-)Also ist das ganze jetzt keine Challenge, sondern ne Art "Guter Vorsatz". Immerhin etwas, nicht wahr!?
Offtopic: Am Wochende wird nicht gespielt. Ok, Sonntag werd ich wohl um die Majors nicht herum kommen. Zuvor steht jedoch noch ein Golfturnier an. Beim letzten Turnier konnte ich mein handicap von 19,3 auf 16,9 drücken. Um eine longterm-wette mit meinem dad zu gewinnen muss ich in diesem Jahr noch auf 15,9 kommen und am Sonntag ist die letzte Gelegenheit. 100$ ähhhhhhhh 100€ stehen auf dem Spiel.
Wünscht mir Glück!Figool
D´oh!
Geschrieben von: Zartbitter Mittwoch, 30. September 2009 um 11:10 Uhr
Ich habe mal wieder meine Hand History zur Fehlersuche bei meinem Coach abgeliefert. Dummer Fehler *. Kurze Zeit später klingelt auch schon das Telefon. „Das sieht nicht so gut aus“ –„ Ich weiß, der September war grottig“. „Na dann schauen wir mal was du angestellt hast“, ich spiele mit dem Gedanken mich tot zu stellen oder zu flüchten, noch habe ich die Gelegenheit dazu. Schweigen am anderen Ende der Leitung, nicht gut, gar nicht gut! „Also…“, ein also ist nie gut, das ist gleich bedeutend mit, das ist der Anfang vom Ende. Panik! Zurück zu „Also, Hand Nr. Schlag mich tot, warum hast du preflop nicht geraist?“ „Ähm äh ja, keine Ahnung“. Hand Nr. bla „ Mehr auf die Position achten“. 20 Minuten später schwanke ich zwischen Schreikrampf und mal eben gepflegt eine Runde heulen. Mittlerweile habe ich gehört das ich entweder zu aggressiv spiele oder nicht das raushole was ich könnte. Das ich in Situationen zahle wo ich es nicht sollte und nicht zahle wo ich es zahlen sollte. Fehler die ich sonst nicht mehr mache, habe ich diesen Monat am laufenden Band produziert. Nach einer Stunde sind wir fertig, er mit analysieren und ich mit den Nerven. Von mir ist ein kleines Häufchen Elend übrig das man problemlos unter den Teppich kehren kann. „Habe ich überhaupt etwas richtig gemacht, oder soll ich es lieber gleich bleiben lassen?“ – „Aber ja doch, du spielst wirklich gut, gut du machst noch Fehler aber denk daran du spielst noch nicht lange. Alles was diesen Monat gefehlt war, das du im Vergleich zu den letzten Monaten, kaum große Pötte gewonnen hast, plus die üblichen bad beats und noch ein paar Fehler und schon hast du eine schlechte Monatsbilanz.“
Und was lernt klein Guppy daraus? Nicht entmutigen lassen, tief durchatmen, einen kühlen Kopf bewahren und den September als “so macht man es nicht“ in Erinnerung behalten.
Zartbitter
* Textsoundtrack Simian – La Breeze
Fair Play
Geschrieben von: Zartbitter Samstag, 26. September 2009 um 11:14 Uhr
oder, warum es trash talking auch nicht bringt.
Poker ist ein Konkurrenzspiel, ein Einzelkämpfer Sport, ein Kräfte messen, nur die Starken überleben. Ich könnte das nun ewig weiterführen nur um dann am Schluss zu sagen *mööp* falsche Antwort. Nein!? Stimmt nicht? Schon einmal einen trash talker online am Tisch gehabt? Schon einmal miterlebt wie eine unausgesprochene Absprache, fast einen kompletten Tisch vereinigt hat? Dessen einziges Ziel es war, den trash talker so auszuspielen, das ihm die Lust am schreiben vergeht.
Trash talking wird von einigen als Poker Strategie ansehen, allerdings meistens nur von denjenigen die diese Taktik selbst verfolgen. Diese “Taktik“ unterscheidet sich noch mal zwischen online (hauptsächlich Beleidigungen gegen einen oder mehrere Mitspieler) und live (auf jemanden so einzureden das er die Nerven verliert). Der berühmteste Vertreter dieser Taktik ist wohl Jamie Gold, der beim Main Event der WSOP 2006 nicht durch seine Spielerqualitäten auffiel, sondern hauptsächlich dadurch das er so massiv auf seine Gegner einredete, das diese irgendwann so genervt waren das sie anfingen Fehler zu machen. Dieses Verhalten am Tisch, ist einer der Hauptgründe warum sein Sieg sehr umstritten ist. Paul Wasicka hat in der entscheidenden heads up Hand kein einziges Mal “call“ zu dem all in push von Jamie Gold gesagt, das hat quasi Jamie Gold für ihn gemacht. Nun ist Otto Normalspieler aber nicht Jamie Gold. Sicher wird man mit trash talking den ein oder anderen dazu bekommen on tilt zu laufen, allerdings immer mit der Gefahr rasend schnell einen kompletten Tisch gegen sich zu haben. Und genau ab diesem Punkt wird aus dem Einzelkämpfer Sport schlechthin auf seltsame Weise ein Mannschaftssport. Ich habe lange über dieses Phänomen nachgedacht, denn eigentlich ist es ja auch zu meinem Vorteil wenn jemand on tilt läuft. Wie kommt es also das einer der besten Spieler auf dem Limit, er sonst nie großartig etwas von sich gibt, folgendes (sinngemäß aus dem englischen übersetzt) schreibt; „beruhig dich, setz eine Runde aus, wir kümmern uns um ihn“ und der Tisch geschlossen mitzieht. Nicht an das Aquarium klopfen, war mein erster Gedanke. Aber das war es nicht. Vielleicht kennt er den Spieler? Auch nicht, ich habe Nachgefragt. Fair Play tauchte dann irgendwann im Chatfenster auf. Und genau das war es. Einmal wurde der Spieler geschützt der gerade dabei war on tilt zu laufen. Auf der anderen Seite wurde wirklich schönes Poker gespielt. Es ging nicht darum den trash talker fertig zu machen, sondern darum ihn so zu beschäftigen das ihm die Lust am schreiben verging.
Fair Play:
"Fair Play bezeichnet nicht nur das Einhalten der Spielregeln, Fair Play beschreibt vielmehr eine Haltung des Sportlers: der Respekt vor dem sportlichen Gegner und die Wahrung seiner physischen und psychischen Unversehrtheit.
Fair verhält sich derjenige Sportler, der vom anderen her denkt."
Für mich persönlich war dies bis jetzt, einer der beeindruckendsten Momente in diesem Spiel, in das wir alle doch irgendwie Herzblut investieren.
Zartbitter
Textsoundtrack beim Schreiben: Broadcast - Tender Buttons
Seite 8 von 75
