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Geschrieben von: Phigo Donnerstag, 13. Mai 2010 um 01:13 Uhr

Warum spielen wir Poker? Ich meine nicht die Pros die tatsächlich Massen an Kohle machen. Die davon leben. Oder wie Thrym endlich mal ausziehen. Versteht mich nicht falsch,(aber bitte auch nicht all zu richtig ;) ) Ich wette er hat sich ne extrem angenehme Wohnung zusammenstellen können.

Ich frage hier die Heiterbiswolkigs, die Zartbitters, Raffallos, Manolos, Timoneys, sogar die Holdemplayers oder die Juvefans. Warum zur Hölle spielen wir Poker? Bei den meisten reicht das Einkommen, bei anderen das Taschengeld von Mami Meurer, bei Juve reicht nicht mal das Gehalt von Schumi. Warum also tun wir uns das an? Diesen Sado Maso Scheiß, statistisch gesehen soll der durchschnittliche Winningplayer mehr loosing als winning Sessions haben. Gerade als Turnierspieler.

 

Ich für meinen Teil bin ja auch noch 96 Fan, also hab ich sogar die doppelte Dosis Leiden eingeplant am Wochenende. Warum also zur Hölle?

 

Ich spiele seit Ende März wieder SnGs. Warum kann ich sagen: Ich möchte nicht die seit jetzt Dezember 2008 verbrauchte Zeit (und ja, das ist massig gewesen) verschwendet haben. 1 Monat Pause, kaum bis gar kein Poker. Aber es juckt in den Fingern. Man liest Nummernschilder. H – AK 778 … Wie spiel ich hier K8 am River? Ernsthaft, wer meint er kann vollkommen abschalten wenn er eine „Pokerpause“ macht.

 

Aber wie findet man dann seinen Frieden mit Poker? Aufhören? Geht nicht. Spielen? Geht auch nicht. Dilemma…

 

Früher hab ich gegrindet  um mehr Geld zu haben, Wirtschaftskrise, Kein unterhalt, zuviel Fixkosten. Heute juckts mich nicht wenn ich mir für 50€ Alkohol kaufe, für Vattertach.

 

Ich bin seit 1,5 k Games even.

 

http://de.sharkscope.com/SharkScope/DisplayGraph?GraphType=UserHistory&u1=PhigoOne&Network=pokerstars&Username=nessyb727@yahoo.com&Password=6d2f52fc9ff206fb05c00452be04f019&Currency=USD&TimeZone=9&ClientTimeZoneValue=TMGMT&searchTag=235.2579766694427&GraphWidth=540&GraphHeight=420&nocache=1273712005113&version=345&DecimalSeparator=%2C&GeneralSearchType=SNGO&StartDate=&EndDate=&StartDateTime=NaN&EndDateTime=NaN&DateRange=CustomGames&MinPlayers=2&MaxPlayers=MaxAny&Rebuy=UAR&MinStake=0&MaxStake=MaxAny&Filter=Last1500%20SNG%20Only&Game=Any&Type=Any&Speed=Any&Satellite=AllPrizeTypes&TimeZone=9&CustomStakeList=&MinRake=&MaxRake=&CustomGames=1500&IncludeRakeback=

http://yfrog.com/eadisplaygraphhp

Meine Freundin fragt mich warum ich mir das gebe. Ich sage Ihr, ich möchte meinen Frieden mit Poker finden – und das heisst eigentlich nur, es zu verstehen.

 

Unbestritten renne ich halt mies zur Zeit. Aber auch das gehört dazu, wer sich die großen Grinder anschaut, sieht, dass auch ein Boku 3k games even ist, ein Haschpoker, ein PhigoOne. Kein Phänomen, und trotzdem regt man sich auf wenn man 5 Buyins down ist. Ich hab heute 3 180er in a row gewonnen. Aber ich scheine heute nach meinem 5. zerbrochenen Headset aufgehört zu haben, mich über so was zu freuen, zu wundern oder zu ärgern. Vielleicht hab ich ihn heute gefunden. Vielleicht ist der Frieden im Poker das Besiegen des Tilts für mich. Poker so zu nehmen wie es ist:

 

Und zwar von Hinten in den *****.

 

http://weaktight.com/2329375

Ez call, was meint ihr?

 

Fuck you poker, I love it, „Heineken for breakfast ass bitch“

 

 

Schönen Vattertach, machts wie ich, richtig J

 

Phigo.*

 

 

Geschrieben von: Administrator Montag, 10. Mai 2010 um 00:00 Uhr

Norweger, Holländer, Italiener, Franzosen und sogar schon ein Gynäkologe haben es zu High Stakes Poker geschafft, nur deutsche Spieler waren in der besten Pokersendung noch nicht zu sehen, und deutsche Gynäkologen erst recht nicht. Natürlich spielt es bei High Stakes Poker keine Rolle, wer aus welchem Land kommt, schließlich ist High Stakes Poker keine Weltmeisterschaft. Nur ein Cash-Game mit schön großen Pötten, die den Normalverdiener vor der Flimmerkiste das Schaudern lehren. Dwans Riverbet ist so groß wie dein Einkommen in zehn Jahren? Kann schon mal vorkommen, schockt aber vermutlich keinen mehr in diesen schrägen Zeiten, in der die Krise boomt und es in den Nachrichten Tag für Tag um Milliarden für Banken oder Staaten geht. Nehmen wir also an, es geht um gutes, ehrliches Poker, irgendwo angesiedelt zwischen Geschick und Zockerei. Also, wie wäre es mit einer kleinen Seitenwette, wer nämlich der erste Deutsche bei High Stakes Poker sein wird?

 

Die Auswahlkriterien, wer warum eingeladen wird, sind nicht so richtig transparent. Sie erklären sich aber ungefähr aus der Zusammensetzung der letzten Jahre. Die Mischung lautet in etwa: Viele große Namen wie Ivey, Brunson, Negreanu, Esfandiari oder Elezra, dazu die eine oder andere Cash-Cow wie Guy Laliberte, Jerry Buss oder eben der Gynäkologe Amir Nasseri und schließlich die aufstrebenden Spieler mit guter Bankroll, einem entsprechenden Marketingeffekt für die Show, die Spieler selbst und das Spiel im jeweiligen Land. Ein Schuss Persönlichkeit gehört auch dazu. Und wer hinter den Kulissen über die Besetzung mitredet, darüber lässt sich nur fantasieren. Ich wäre gerne mal dabei.

In der letzten Staffel, der Nummer 6, jedenfalls waren unter den Newcomern viele Europäer. Der Norweger Andreas Hoivold, Gewinner der EPT Dortmund 2007, trat an gegen sein Idol Phil Ivey und holte sich eine ordentliche Tracht Prügel. FELTED. Der Holländer Lex Veldhuis, obwohl längst eingemeindet und in Vegas lebend, bluffte munter darauflos, was ununterbrochen schief ging, aber er wollte unbedingt seinem Image treu bleiben. Lustig anzusehen. Der Italiener Dario Minieri ließ sich von Tom Dwan auseinander nehmen, ungestüm, aber nicht gerade kunstvoll. Die beste Figur machte da noch der Franzose Betrand „Elky“ Grospellier. Und in diese Truppe soll kein Deutscher passen?

 

Jetzt kommt der schwierige Part. Die Seitenwette. Wenn also beim Main Event der diesjährigen World Series of Poker kein Deutscher aus dem Nichts auftaucht und am Finaltisch genug Geld abräumt, um in der nächsten Staffel von High Stakes Poker eine Million an Leute wie Doyle Brunson oder Tom Dwan zu verschleudern, wer käme irgendwie in Frage?

Das Theater geht natürlich schon mit der Bankroll los. Wer bekommt nicht sofort eine Krankheit namens SHAKYNESS, wenn er merkt, dass Tom Dwan schon vor dem Flop zur Triple Barrel ansetzt. Boris Becker, Pokernacht gestählt, hat vielleicht noch genug Asche, vermute ich, aber ob er sich trotz seines neuen Coaches Johannes Strassmann als Laliberte-Ersatz hergeben will, ist fraglich. Dann sein Coach, Johannes Strassmann selbst, jung, einer der besten Deutschen, kann sich ein Buy-In von $200.000 sicher leisten. Nur fürchten die HSP-Veranstalter nach seinem Auftritt beim EPT Snowfest, dass er Doyle Brunson vom Stuhl schubst, nachdem der auf dem River noch seinen Flush getroffen hat. Danach aus dem dem Raum rennt und sagt: SHIT HAPPENS. Aber Strassmann ist immerhin der Mann, der Sandra Naujoks erzählte, dass er Frauen mehr zu bieten habe als nur Geld. Was die zum Lachen brachte. Sandra Naujoks könnte es auch versuchen, aber es steht zu befürchten, dass ihr der deutsche Boulevard hinterher eine Affäre mit dem Tiger Woods des Poker andichtet. Und der Po auf dem Foto ist schon wieder nicht ihrer (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/474/508617/text/).

Dann wäre da noch das German High Roller-Kollektiv um Ben Kang, Jan Heitmann, Georg Danzer, Joram Voelklein und Simon Münz, allesamt geschäftstüchtig, die vielleicht zusammenlegen und einen Mutigen vorschicken. In meiner kranken Fantasie stehen sie am Set, als deutsche „Firma“, und beten: „Mach’ jetzt keinen Scheiß, Georg.“ In echt sind sie natürlich ganz cool, echt jetzt.

Dragan Galic könnte sein Preisgeld von fünften Platz bei der EPT San Remo 2009 investieren und vielleicht unterstützt ihn sein neuer Sponsor PartyPoker auch noch. Aber wetten würde ich darauf nicht.

Letztlich läuft alles auf einen hinaus: Tobias Reinkemeier. Gut ausgerüstet nach seinem Cash im High-Roller-Event der EPT Monte Carlo mit knapp einer Million Euro, erst 22 Jahre alt, und wenn er dann noch mit Phil Ivey ein Tänzchen hinlegt, das dem mit Roland de Wolfe gleicht hat, schreibt er Geschichte, na ja Pokergeschichte zumindest. Also, auch wenn es nicht gerade die feine Art war, die Hand gegen Wolfe, und er eigentlich ein Turnierspieler ist, so zeigt die Hand, das Reinkemeier hat, was Dwan die „toughness“ nennt. Er wird Durrrrs Triple Barrel ohne mit der Wimper zu zucken kontern und hinterher sagen: Womit soll er hier den River Shove bezahlen? Deswegen meine Wette: Reinkemeier ist der erste Deutsche bei High Stakes Poker. Und jetzt die Gegenwetten, bitte!

 

Victor Vega

Geschrieben von: Administrator Dienstag, 04. Mai 2010 um 09:23 Uhr

Ich mag Phil Hellmuth. Wenn ich Phil Hellmuth mit seinem Schrank voller WSOP-Armbändern nach einer verlorenen Hand vor laufender Kamera lamentieren höre, dann fühle ich mich gleich besser. Im Vergleich zu Hellmuth schneide ich in Sachen Selbstkontrolle nämlich gar nicht so schlecht ab. Okay, ich schränke das ein, vielleicht nicht immer, aber oft.

Beim Poker After Dark Cash Game schlug Hellmuth in einer Hand gegen David „Viffer“ Peat kürzlich ziemlich hart auf. Die Hand ist unschlagbar unterhaltsam. Im einem 3bet-Pot zog sich Peat auf dem Turn zwei Paar. Die Gemeinschaftskarten lauteten Kh7d3h9s - Peat hielt K9o, Hellmuth hatte AKo, das Geld ging in die Mitte. Hellmuth sieht das Desaster und ist sofort außer sich, beleidigt, vom Schicksal ungerecht behandelt, er springt auf: „Wow, he hit a nine on me.“ Peat ruft ihm ein hämisches „Nine Ball, Corner Pocket“ hinterher. Gegen jeden anderen Spieler wäre das irgendwie unangebracht, aber gegen Hellmuth macht es das unausweichlich folgende Theater doppelt schön – „Nine Ball, Corner Pocket“.

 

Schon lustig, aber auch seltsam, dass ein so erfahrener Spieler wie Hellmuth davon so getiltet wird. Mal ehrlich, bei mir vergeht keine Session, bei nicht irgendein gewöhnlicher Donkey auf wundersame Weise seine wenigen Outs trifft. Poker geht einem gelegentlich gewaltig auf die Nerven. Das ist quasi die zweite Natur des Spiels. Es ist nicht mal unwahrscheinlich, dass es beim Poker vor allem darum geht: das Gezerre an den Nerven irgendwie zu meistern und sich den Tag nicht versauen zu lassen.

Leichter gesagt als getan. Selbstbeherrschung beim Poker ist eine ambivalente Sache. Wenn es gut läuft, haben wir sie fast wie von selbst. Wir treffen gute Entscheidungen, wetten, wenn wir vorne sind, und legen am River weg, wenn wir geschlagen sind. Wenn es nicht läuft, dann haben wir nicht nur mit dem schlechten Lauf zu kämpfen, sondern wir ringen auch um unsere Selbstkontrolle. Plötzlich bezahlen wir am River mit zwei Paaren, obwohl wir nach den Karten am Turn und River, die wir eigentlich schon als persönliche Beleidigungen empfunden haben, wahrscheinlich nicht mehr die beste Hand halten. Und dann geben wir den Hellmuth: Schon wieder! Warum nur passiert das immer mir? Wie können diese Karten fallen? Wie kann er am Flop bezahlen? Die ganze Leier eben. So gehen ein schlechter Lauf der Karten und der Verlust der Kontrolle Hand in Hand.

 

Gegen einen schlechten Lauf kann man nichts machen. Ein schlechter Lauf ist schlechter Lauf ist ein schlechter Lauf. Es gibt auch kein vorgeschriebenes Ende oder irgend einen Automatismus oder eine höhere Macht, die dafür sorgt, dass nach soundso vielen Buy-Ins Schluss ist. Manchmal gleicht Poker einem bösen Spuk.

 

In solchen Phasen dürfen wir hoffen, dass es bald vorbei ist, aber vor allem müssen wir dafür sorgen, dass wir die Kontrolle behalten. Wenn es schlecht läuft, denken die meisten von uns anders über Poker. Es ist der alte Satz: Kein Pokerspieler, der verliert, spielt so gut wie ein Pokerspieler, der gewinnt. Emotionen bestimmen unser Denken. Wie unglaublich, ja unfassbar das ist, was hier passiert. Wir sind verstimmt, Gefühle von Ungerechtigkeit befallen uns, aber all das lenkt uns im Grunde nur davon ab, die Kontrolle wieder zu gewinnen. Den Tilt bekommen wir so nicht aus unserem System.

 

Während eines langen Downswings sinkt unsere Motivation. Gelegentlich setzen wir uns nur noch hin und fangen an zu grinden und vernachlässigen das, was zu einer guten Spielvorbereitung gehört, die mentale Einstimmung auf das Spiel und genügend Zeit für die Tischauswahl. Beim Spiel sind wir ungeduldig und Kleinigkeiten werfen uns aus der Bahn. Wir missachten unsere Stop-Loss-Regeln und vergessen, dass wir eigentlich aufhören wollen, wenn wir schon wieder angetiltet sind. Nach dem Spiel analysieren wir unser Spiel nur oberflächlich. Kurz gesagt: Wir machen ziemlich viel falsch. Der schlechte Lauf der Karten hat die Kontrolle über uns übernommen.

 

Die Kontrolle gewinnen wir nur zurück durch all diese Handlungen und Routinen, vor, während und nach dem Spiel. Indem wir uns an die Regeln halten, die wir uns selbst gegeben haben. In der nächsten Session, die wir spielen, kommt es gar nicht darauf an, ob wir gewinnen oder verlieren. Denn darin besteht unser Denkfehler. Weil wir einen schlechten Lauf haben, wollen wir nichts sehnlicher, als mal wieder eine Session spielen, bei der wir gewinnen. Dabei ist alles, was zählt, dass wir die Kontrolle behalten und uns nicht mitreißen lassen von unseren Emotionen. Schaffen wir das, war es eine gute Session. Emotionale Stabilität ist der Grundstein für Erfolg.

 

Victor Vega

 

Geschrieben von: Zartbitter Dienstag, 27. April 2010 um 15:54 Uhr

Bist du WÜTEND? Zähl bis vier, hilft das nicht dann explodier! (Wilhelm Busch) ja dieser nette Spruch hängt bei mir an der Wand, schön in meinem Blickwinkel neben dem Laptop.


Wikipedia
weiß auch etwas Schlaues zum Thema Wut und zwar: “ Die Wut (in gehobener Sprache auch lateinisch Furor) ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion, ausgelöst durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z. B. eine Kränkung. Wut ist heftiger als der Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn. Wer wütet, zerstört blindlings. Wer häufig in Wut gerät, gilt als Wüterich.“

Musik zum Text: The Dust Brothers - Chemical burn

Nun denn, dann wüten wir Mal. Besser gesagt rasten wir gepflegt einmal eine Runde aus und tilten bis die Maus bricht. PET Flaschen, Chips, Mülleimer, Bücher, Mäuse, Kissen, Aschenbecher, Tassen alles Dinge mit sehr interessanten Flugeigenschaften . Quasi die Faszination der Zerstörung. Ja doch es hat etwas wenn eine Tasse in die Wand einschlägt, in Slow Motion würde man sehen wie sich das Porzellan langsam staucht, ausdehnt, den Druck nicht mehr aushält, sich kleine Risse bilden, die Spannung reißt und tauschend kleine Splitter nach allen Seiten wegspritzen. Kaputt. Tief ausatmen. Und nun? Schreien? Fluchen? Noch etwas werfen? Noch etwas kaputt machen? Und genau in diesem Augenblick bräuchten wir eine Stopp Taste. Einfach drücken und aus der Szene aussteigen, den Blickwinkel ändern. Uns von außen sehen können, uns selbst im Standbild sehen. Den Gesichtsausdruck genauestens betrachten. Und wir würden erschrecken welche Fratze uns da anstarrt. Vielleicht würden wir anfangen diese Fratze zu deuten und zu hinterfragen, ist es wirklich Wut die ich da sehe, oder ist es sogar die Steigerung von Wut. Ist es Hass? Oder ist es einfach nur Frustration. Dem aufgeweckten Leser ist natürlich nicht entgangen das es jetzt schon viel zu spät ist. Wir sind bereits wieder mittendrin in unserer Reaktionskette. Und was jetzt?

Sich mit Valium und Betablocker eindecken? Antiaggressionstraining machen? Alternatives Wurfmaterial suchen? Mit Yoga anfangen? Meditieren? Sandsack kaufen? Sich sagen “nimm es gelassener“ und bei diesem Spruch schon das blanke kotzen bekommen? Raus lassen? Runterschlucken? Weitermachen? Betäuben? Ausschalten? Mmh Ausschalten keine schlechte Idee und dann glücklich wie eine Hindu Kuh durchs Leben zu wandern? Auch nicht das Wahre, zu mindestens für mich persönlich. Ich mag meine Emotionen, auch meine Wut. Gut schön ist sie nicht, aber es steckt verdammt viel Energie in ihr. Energie die ich nutzen kann, auch in einer positiven Weise. Sie kann mir zum Beispiel den Motivationsschub geben mich endlich damit zu befassen warum ich wütend werde.So dass ich mir die Auslöser anschauen kann. Denn im Grunde genommen werde ich, an der Wut an sich, nichts ändern können, aber an dem was sie Auslöst kann ich sehr wohl etwas ändern.


In diesem Sinne, R.I.P der Computermäuse die während eines tilts ihr Leben lassen mussten.



Zartbitter

Geschrieben von: Administrator Mittwoch, 21. April 2010 um 19:46 Uhr

Infektion, Symptome und teilweise wirksame Hausrezepturen -

pokervirusDas Pokervirus - fängst du dir in der Regel durch eine Kontaktinfektion ein. Der Betroffene ahnt meist nicht, dass er sich infiziert hat. So mancher zappt eines Abends nur gelangweilt durch die Fernsehkanäle, bis er bei einer Pokersendung hängen bleibt: Was machen die denn da? Die spielen Karten? Und das wird im Fernsehen übertragen? Das ist ja noch bescheuerter als Curling. Der Betroffene lacht (noch): Wie die ausschauen mit ihren Sonnenbrillen! Er sieht zu, wie die Chips hin und her wandern. Das also ist Poker. Ein paar Karten und jede Menge Chips, die von hier nach da und wieder zurück geschoben werden. Nach einer Weile schaltet er um. Ein paar Tage später ertappt er sich dabei, wie er im Fernsehprogramm nach einer Pokersendung sucht. Ein scheinbar harmloses Symptom, nicht selten Vorbote einer schweren Infektion.

In den späten 1990er-Jahren galt der Spielfilm „Rounders“ als wichtiger Übertragungsherd ( http://www.youtube.com/-uRzf7vNITg ). Später sorgte das Internet für besonders hartnäckige Infektionen. Ein Amateur, der ausgerechnet Moneymaker hieß, gewann Millionen bei der World Series of Poker. Es war das Jahr 2003. In der Folge infizierten sich Spieler, die bis dato nur Mau Mau, Skat oder Schach gespielt hatten. Bei anderen fand der Kontakt in jungen Jahren statt, bei Spielen auf dem Schulhof, die für Poker gehalten wurden. Gelegentlich kommen Infektionen über Umwege wie Sportwetten oder Black Jack vor. Studien, streng wissenschaftlich natürlich, sehen einen Zusammenhang im frühen Spiel von „Mensch, ärger dich nicht“ und dem späteren Pokerspiel. Nur das Pokerspiel könne einen älteren Menschen noch so schön tilten wie das „Mensch ärger dich nicht“-Spiel einen, sagen wir, etwa Fünfjährigen, der die Spielfiguren vom Brett fegt und sich im Anschluss unter dem Sofa verkriecht. Nichts ist so harmlos, wie es zunächst scheint.

 

Die Inkubationszeit beträgt in manchen Fällen nur wenige Stunden, in der Regel aber zwei bis vier Wochen. Solange dauert es, bis das Virus entsprechende Handlungen auslöst: Chips kaufen oder sich bei einem Pokerraum anmelden. Die Lebensweise und die Umgebung des Infizierten befördern oder verlangsamen den Ausbruch des Pokervirus. Singles mit viel Zeit und Internetanschluss gelten als Risikogruppe, Studenten sind besonders gefährdet. Männer erweisen sich empfänglicher für den Erreger als Frauen, was eventuell genetisch begründet oder auf eine geschlechterspezifische Hormon-Verteilung zurückzuführen sein könnte. In seltenen Fällen vergehen von der Infektion bis zum Auftreten der Symptome Jahrzehnte. Das kann daran liegen, dass der Erreger zu Beginn der Inkubationszeit keine optimalen Bedingungen vorfindet und an seinem Ausbruch gehindert wird. Hinderungsgründe können sein: kein Internetanschluss, keine Spielbank in der Nähe oder ein soziales Milieu, in dem das Pokerspiel als anrüchig gilt.

Ab etwa 2005 kam es in Europa verstärkt zu Infektionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war kurz davor eine Poker-Pandemie auszurufen. Die WHO warnte jedoch vor Panikmache: Das Virus sei zwar unberechenbar, aber die meisten Infizierten könnten sich nach einer zunächst schwierigen Phase an das Virus anpassen und bis zum Lebensende gut damit leben. An einem Impfstoff werde deswegen nicht gearbeitet.

 

Symptome:

Schmetterlinge im Bauch: Du erinnerst dich noch genau. Du warst verliebt und immer, wenn du an sie oder ihn dachtest, hattest du dieses Kribbeln in der Magengegend. Das gleiche Gefühl befällt dich jetzt, wenn du an Poker denkst, oder wenn du weißt, dass du gleich spielen kannst. Folge dieses nicht zu unterschätzenden Symptoms: Fehleinschätzung der Realität. So wie der Verliebte dahin tendiert, selbst die auffälligsten Macken seines Liebesobjekts auszublenden, übersieht der mit dem Pokervirus Infizierte alle negativen Begleiterscheinungen des Spiels. Er will doch nur spielen. Im ersten Fall führt das gelegentlich zur Komplett-Verblödung durch symbiotische Beziehung (Du bedeutest mir alles, du bist alles, was wichtig ist in meinem Leben, etc.), im letzteren zu einem nicht unerheblichen Verlust von Geld.

 

Besessenheit: Du textest Leute ohne Punkt Komma über Poker zu, die in ihrem Leben noch nicht mal Mau Mau gespielt haben. Du kannst in ihrem Gesicht lesen: Der Typ ist irre. Für dich noch lange kein Grund, das Thema zu wechseln.

Bewusstseinstrübung: Sprüche wie „Die ganze Welt ist Poker“, mit der eine deutsche Pokerseite für sich wirbt, deuten auf eine schwere Infektion hin, mit der mitunter eine irreversible Bewusstseinstrübung einhergeht. Die ganze Welt ist nicht Poker, nicht mal der größere Teil.

Größenwahn: Jeder Pokerspieler neigt dazu, sich für besser zu halten, als er ist. Was das Pokerspiel für frisch Infizierte so verführerisch macht, ist, dass auch sie mal einen großen Pot gewinnen und daher Glück mit Können verwechseln. Aber auch erfahrene Pokerspieler leiden unter Größenwahn, Phil Hellmuth zum Beispiel hält sich wirklich für besser als Tom Dwan:


Interessenverlust:
Wenn du auf einer Party von schönen Frauen umringt bist und gelangweilt denkst: „Verdammt, ich könnte jetzt an einem Pokertisch sitzen oder wenigstens online spielen. Was zum Teufel mache ich hier?“ Du täuschst vor, dass es dir nicht gut geht. Du setzt eine nicht zu übersehende Leidensmiene auf, bittest um Entschuldigung, nimmst die Besserungswünsche der Damen entgegen und stiehlst dich aus der Affäre. Kaum fällt die Tür hinter dir in Schloss, fühlst du dich so gut wie lange nicht mehr und rennst los, um endlich an die Tische zu kommen.

Kontrollverlust: Schuldzuweisungen bei einem schlechten Lauf der Karten an Mitspieler, ihre fortgesetzte Betitelung als Donkeys oder Vollpfosten oder auch andere behandlungsbedürftige Ausraster

 

 

Erprobte Hausrezepturen bei schweren Infektionen sind ein Kino- oder Theaterbesuch oder das Lesen eines Buches, das sich nicht mit Poker beschäftigt. Der Vorsatz, mal wieder an etwas anderes zu denken, genügt meist nicht. Nach stundenlangem Spiel kann ein Eisbeutel an Schläfen und Stirn helfen, er verengt die Blutgefäße und lindert den Kopfschmerz. Es hat sich auch als hilfreich erwiesen, die Höhle zu verlassen und Freunde zu treffen und nicht über Poker zu reden. Zu Sport wird dringend geraten. Frisch Infizierte sollten sich Zeit geben, das Spiel zu lernen und sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, zum Beispiel Pokern.com. Die Fixierung oder Zwangsmedikation uneinsichtiger Patienten ist nur in seltenen Fällen notwendig.

 

Victor Vega

 

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