Geschrieben von: Pokerface Sonntag, 27. Februar 2011 um 20:02 Uhr
Das Wochenende ist schon fast vorbei und ich bin euch noch immer Fotos von den "richtigen" Geldbündeln schuldig, die ihr auf jeden Fall erhalten sollt! Außerdem habe ich euch versprochen, dass ich mir "das ein oder andere" Gewinnspiel überlegen werde. Dazu aber später mehr...
Zuerst ein kurzer Rückblick auf ein anstrengendes Wochenende:
Wie ich bereits in meinem letzten Post geschrieben habe, hatten wir die Scheine bereits fertig gedruckt hier eingelagert. Am Wochenende stand dann endlich die Weiterverarbeitung auf dem Plan, d.h. in diesem Fall: Scheine abzählen => Scheine schneiden => Banderolen schneiden => Banderolen mit Klebstoffstreifen versehen => Bündel banderolieren => je 9 Bündel in Kunststofffolie einschrumpfen (so viele passen übereinander in unsere Koffer)
Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass eine Person etwa 140 Bündel pro Stunde banderolieren kann, womit ich mich aber total verkalkuliert habe. Menschen arbeiten (leider) nicht wie Maschinen - machen Fehler, haben "ruhige Phasen" und brauchen Pausen... Lektion gelernt! Abgesehen davon lief alles wunderbar und ich kann es kaum erwarten, die Bündel zum ersten Mal zu testen! Momentan haben wir etwa 60% der gesamten Produktion fertig gestellt. Auch wenn es echt anstrengend ist, macht es Freude zu sehen, wie man dem Ziel immer näher kommt.
Pokerface
Geschrieben von: Pokerface Mittwoch, 23. Februar 2011 um 13:39 Uhr
Hi Leute,
hab lange nichts mehr von mir hören lassen, was hauptsächlich daran liegt, dass ich im letzten Jahr - abgesehen von Freerolls oder Homegames - kaum gepokert habe. Ich habe allerdings zusammen mit einem Kommilitonen das letzte 3/4 Jahr an einem Projekt gearbeitet, das sich auch in der Pokerszene bewegt und gerade in die spannende Endphase kommt:
Ich werde in den nächsten Wochen versuchen mehr oder weniger regelmäßig in kleinen Stücken über Neuigkeiten im Projekt zu berichten und vielleicht auch mal die ein oder andere Gewinnspielaktion zu organisieren. Lasst euch überraschen.
Hier aber erst ein mal eine kleine Einführung in das Projekt:
Vor einem knappen Jahr wollte ich (Spielgeld-) Bündel als eine Art Plaque-Ersatz für's Homegame bestellen. Da ich aber nichts Vernünftiges gefunden habe und gerade "Druck- und Medientechnik" studiere, war es naheliegend die ganze Sache selbst in die Hand zu nehmen. Nach einer langen Planungs- und Entwicklungsphase, haben wir die Scheine jetzt fertig gedruckt hier rumstehen. Geplant ist, dass wir die Scheine am kommenden Freitag schneiden, zu 50Stk. banderolieren und dann zu jeweils 10 Bündeln in Kunststoffschrumpffolie verpacken. Wir arbeiten gerade noch an dem Webshop - kann aber noch ein bisschen dauern, da unser Programmierer gerade mit seiner Dissertation beschäftigt ist.
Viele Grüße
Pokerface
Geschrieben von: Victor Sonntag, 06. Februar 2011 um 18:05 Uhr
Ziigmund, der auch unter dem bürgerlichen Namen Ilari Sahamis bekannt ist und online um die höchsten Einsätze spielt, braucht keinen HUD. Ziigmund braucht nicht mal Poker Tracker, um seine Ergebnisse aufzuzeichnen. In einem Interview gab er in seiner typischen Art zu Protokoll: “What the fuck is Poker Tracker?” Klingt, als sei es Ziigmund ziemlich egal, ob andere eine Analysesoftware benutzen oder nicht.
Aber das ist Ziigmund, und für einen wie Ziigmund gelten nicht die gleichen Regeln wie für normalsterbliche Pokerspieler. Alle anderen kleinen Fische, solche wie mich, freuen sich über jede kleine Hilfstellung. Poker Tracker oder Holdem Manager helfen nicht nur im Nachhinein dabei das eigene Spiel und das deiner Gegner zu analysieren, sondern durch das HUD (Head-up-Display) die wichtigsten Statistiken an den Tischen abzulesen, und das fast in Echtzeit (http://www.pokern.com/forum/poker-tools/15559-zeigt-her-eure-huds.html). Dein Gegner passt fast auf 100 Prozent deiner 3bets, dann wirst du ihn vermutlich ordentlich damit eindecken, oder zumindest solange, bis er sein Spiel anpasst. Spielt er auf dem Flop in 70 Prozent der Fälle eine sogenannte Continuation Bet und sinkt die Quote am Turn auf 30 Prozent, werden wir unseren Gegner am Flop oft bezahlen, um am Turn den Pot zu stehlen. Das HUD ersetzt nicht das Pokerspiel, aber es hilft.
Wer mehrere Tische gleichzeitig spielt, und wie ich meist mehr als gut für sein Spiel sind, der weiß, wie nützlich das HUD ist, um die vermeintlich schwächeren Spieler am Tisch ausmachen zu können. Das HUD lügt meistens nicht. Und wer die Statistiken seines HUD richtig interpretieren kann, der hat einen Vorteil gegenüber Spielern, die das nicht können oder gar keine Software zur Analyse benutzen.
Nur ist der Einsatz von Analysesoftware und HUD auch fair gegenüber Mitspielern, nur weil er auf den meisten Pokerseiten geduldet wird? Wäre es vielleicht besser, wenn zumindest das HUD untersagt wäre, damit Online-Poker für Gelegenheitsspieler wieder attraktiver würde und sie sich nicht benachteiligt fühlen müssten? Und müsste dann nicht auch unterbunden werden, dass eine Website wie Pokertableratings “Hand Histories” trackt und an Spieler verkauft, die damit die Datenbanken ihrer Software füttern.
Andrew Brokos, Mitglied vom PokerStars Team Online, ist der Meinung, dass es legitim sei einen HUD zu benutzen, solange sie auf der jeweiligen Seite nicht verboten sind. Denn dann seien sie Bestandteil des Spiels. Jeder, der spiele, akzeptiere das (http://www.thinkingpoker.net/2011/01/the-poker-ethicist-heads-up-displays/). Wer lange genug Online-Poker spielt, der wird wissen, welche Werkzeuge es gibt, welche von den Seiten akzeptiert werden und welche nicht. Irgendwie gehört diese technische Entwicklung zu Geschichte des Online-Poker-Boom. Nur der Neuling, der hat vielleicht davon gehört. Er ahnt, dass er einen Nachteil hat und macht deswegen lieber einen großen Bogen um Online-Poker. Dabei stehen die Chancen des Neulings eh nicht gut. Er hat nicht nur keinen HUD und keine Analysesoftware, er hat weniger Erfahrung, weniger Pokerbücher gelesen, weniger Videos gesehen. Braucht es da noch das HUD? Es könnte zumindest sein, dass die Hemmschwelle für Neulinge durch die ständige Weiterentwicklung der Werkzeuge beständig größer wird.
Pokerspieler sind immer auf der Suche nach dem kleinen Vorteil, nach dem “edge”. Es ist noch nicht lange her, da gab es Ärger, weil Brian Hastings, Cole South und Brian Townsend “Hand Histories” nach ihren Matches gegen Viktor “Isildur1” Blom getauscht hatten. Hastings knöpfte wenig später Blom ein paar Millonen ab. Das Studium der Hand Histories hat sicher nicht geschadet. Blom fühlte sich betrogen. Unter den damals herrschenden Bedingungen schien es ziemlich naiv von Blom, wenn er glaubte, dass sich South, Hastings und Townsend nicht austauschten. Der Reihe nach gegen die damaligen Cardrunner-Pros anzutreten, war sicher nicht die beste “Table Selection”. Es war klar, dass sie über die Spielweise von Blom redeten, wenn es um Millionen geht, schließlich kennen sich die drei seit Jahren. Nur: Ohne Analysesoftware hätten sie längst nicht so viel präzises Anschauungsmaterial gehabt.
Victor Vega
Geschrieben von: Victor Dienstag, 18. Januar 2011 um 18:21 Uhr
Nanonoko könnte ein Ausruf des Erstaunens sein, zum Beispiel, wenn etwas schwer Vorstellbares eingetreten ist oder ein Mensch etwas leistet, das irgendwie übermenschlich, außerirdisch oder gewöhnlich nur von Superhelden in Comic-Heften vollbracht wird. Mann, das ist so Nanonoko.
Dabei gibt es ihn wirklich, der Mann ist eine lebende Legende, und das mit Mitte zwanzig. Nanonoko ist der lebendig gewordene Traum eines jeden Pokeranfängers und ein Vorbild für alle, die nicht ganz so gut dastehen wie er. 2009 knackte Nanonoko die magische Millionen-Grenze – 1 Millionen Dollar hatte er online gewonnen. Im Sommer 2010 wurde er Mitglied im Team PokerStars online. Er hatte sich schriftlich beworben und wurde natürlich mit Kusshand genommen.
Es ist die Geschichte eines stetigen, scheinbar unaufhaltsamen Aufstiegs, ohne große Schwankungen. Ich erinnere mich noch genau, mit welcher Ehrfurcht ich seinen Graph zum ersten Mal betrachtete. Wie war das möglich? Angesichts der eigenen teilweise furchterregenden Swings, dachte ich, das kann nicht sein, das ist so krank, das muss eine Maschine sein, kein Mensch. Über 3 Millionen Hände und dabei fast 1,5 Millionen Dollar gewonnen. Kaum Swings. Wie geht das, bitte? ()
Selbst andere Superhelden des Online-Poker hatten große Swings erlebt und erlebten sie immer wieder. Nur Nanonoko nicht. Bis vor kurzem war es für mich unvorstellbar, dass ein Spieler wie Nanonoko tiltet, und zwar gründlich, und das dann auch noch mit Vorsatz. Nicht möglich. Nanonoko doch nicht. Dieser freundlich dreinschauende Kalifornier asiatischer Herkunft, den du dir auch jederzeit gut in einem Maschinenbauseminar vorstellen kannst, tiltet nicht. Er hat immer alles unter Kontrolle, sich selbst und die anderen Spieler. Wie sonst wäre sein Graph zu erklären, der fast nur eine Richtung kennt, nach oben, in einem Winkel von 45 Grad, ein Graph, der fast so aussieht, als wäre er mit einem Lineal gezogen. Wie geht das?
Fangen wir mit den Fakten an. Nanonoko heißt mit bürgerlichem Namen Randy Lew. Mit dem Pokerspiel begann Nanonoko im College in Kalifornien. Er studierte 2003 Betriebswirtschaftslehre und vertrieb sich die Zeit mit Videospielen, bis er an ein paar Freunde geriet, die Poker spielten. Er mochte den Wettbewerb, immer schon, und als er auf Online-Poker umstieg, war sein Weg so gut wie vorgezeichnet. Nanonoko fing auf den kleinsten Levels an, er probierte alles aus, Sit-and-Go’s, Turniere, Cash-Game. Immer habe er versucht sich zu verbessern, aber das eher als Autodidakt, ohne Trainingvideos oder viele Bücher. Selbst die gute, alte Analyse der Hand History hält sich in Grenzen, gelegentlich nach besonders schlechten Sessions, doch er probiere lieber neue Sachen aus. Das Spiel selbst sei sein Lehrer – „Play to learn!“ Obwohl auch Nanonoko gelegentlich eine Hand analysiert, das Ergebnis ist erwartungsgemäß unorthodox:
Es lief nicht von Anfang an gut. Auch er brauchte den einen glücklichen Sieg, der seiner Karrriere auf die Sprünge half. In einem Turnier kassierte er für den zweiten Platz ein paar tausend Dollar. Das war die Bankroll, die er brauchte. Er konzentrierte sich auf Cash-Games, und er fing an, mehr und mehr Tische zu spielen, erst neun, dann zwölf, und das in Zeiten, als es noch keine Time Bank gegeben habe. Für ihn sei es gut gewesen, denn so habe er gelernt, seine Entscheidungen noch schneller zu treffen. Inzwischen spielt er bis zu 24 Tische, er hat sich auch dabei hochgearbeitet und Tisch für Tisch hinzugefügt. Und weil ihm sechs Tische nie genug sind, ist er manchmal auf Limits von $3/$6 bis zu $25/$50 gleichzeitig anzutreffen.
Im 2+2 Pokercast fragte ihn Adam Schwartz im Scherz, wie er das mache: Bist du ein Bot? (http://pokercast.twoplustwo.com/listen_and_browse.php?episode=136) Schwartz fragte sich aber vor allem, ob das Spielen so vieler Tische nicht –EV sei, weil es schwierig sein müsse, die Tischdynamik und das Meta-Game im Griff zu haben. Die Antwort war überraschend, aber einleuchtend. Meist säßen die gleichen Spieler an mehreren seiner Tische, und er betrachte jeden dieser Tische nicht isoliert, sondern spiele alle wie einen. Gegen diese Spieler spiele er an allen Tisch gleichzeitig – wie bei einem Heads-Up-Match. Vielleicht kommt es deswegen schon mal zu einem 4Bet-Shove mit Q8c (http://www.tiltkontrolle.com/2010/10/bisschen-metagame-gefallig.html).
Und doch reduziere er mit seinem Spiel die Varianz. Je mehr Tische und je mehr Hände er spiele, desto geringer falle die Varianz aus, immer vorausgesetzt, dass du ein Spieler bist, der gewinnt. Und weil er so viel spiele, verschwänden die Swings in seinem Graph schlicht durch die Menge der Hände.
Statistiken beeindrucken ihn auch nicht besonders. Fragt man ihn nach der roten Linie in Poker Tracker oder Holdem Manager, dann muss er zunächst überlegen, was das genau bedeutet – „Gewinne ohne Showdown?“ Die hysterischen Debatten, die die Pokerwelt in Wellen durchziehen, lassen ihn kalt. Es komme nicht darauf an, wie tight oder loose ein Spieler sei. Es komme darauf an, den eigenen Stil zu entwickeln, der der für dich richtig und erfolgreich sei. Es gebe mehr als einen Weg zu gewinnen, und die guten Spieler würden ihren Weg finden. Und selbst wenn es um Tilt geht, hat Randy Lew seinen eigenen Weg gefunden. Er rät nicht, sofort alles stehen und liegen zu lassen, sondern weiter zu spielen im Bewusstsein, dass du auf Tilt bist, den Zustand dabei zu erforschen und in der Folge besser damit umgehen zu können, sogar richtig zu tilten(http://doubleflypoker.blogspot.com/2010/11/superman-is-dead.html), mit Absicht, um zu sehen, was das mit einem mache. Und das ist auch wieder so Nanonoko.
Victor Vega
Geschrieben von: Victor Sonntag, 26. Dezember 2010 um 20:05 Uhr
Wieder verabschieden wir ein Jahr in die unendlichen Weiten der Zeit. Überall wird versucht, das Jahr irgendwie zu fassen. Im Fernsehen geschieht das mit einer ordentlichen Portion Kitsch und ganz ironiefrei. Sieht nicht immer schön aus, dafür kann sich der Zuschauer danach einbilden, er hätte was mitbekommen von dem Spektakel. Pokerspieler haben es einfacher, sie rechnen ab und schauen nach, was unterm Strich außer Erfahrung übrig blieb. Und die ganz Disziplinierten setzen sich schnell noch ein paar Ziele fürs neue Jahr. Ich zum Beispiel nehme mir vor, 2011 mein erstes Armband zu gewinnen. Von WSOP war nicht die Rede, zur Not nehme ich eins aus dem Kaugummiautomaten oder ersteigere es bei eBay. Ok, wie das auch ausgeht, was also lief gut, was lief schief im Pokerjahr 2010? Und wer liegt am Ende vorne?
2010 war das Jahr, in dem wir fast unbeschwert Online-Poker gespielt haben, zwar immer noch in einer rechtlichen Grauzone, aber nachdem andernorts Erfahrungen mit Regulierungen gemacht wurden, wissen wir, was uns die Grauzone wert ist. In Frankreich zum Beispiel kam die Regulierung Pokerspieler teuer zu stehen. Weil die Pokeranbieter viel Geld für die Lizenzen des französischen Staats hingeblättert hatten, erhöhten sie kurzerhand den Hausanteil, den Rake, Pokerstars.fr gleich auf 7,5 Prozent. Dafür hätte PokerStars gern noch das Mitleid der Spieler bekommen, stattdessen gab es den ersten Streik in der Geschichte des Online-Poker (http://www.pokerolymp.com/articles/show/news/8660/Der+Poker-Streik+in+Frankreich+-+Zusammen+gegen+den+Rake). Eine andere unschöne Begleiterscheinung: Die Franzosen müssen fortan unter sich bleiben. Kein Pokerspieler kann so eine Regulierung wollen. So wie es derzeit aussieht, bleibt in Deutschland die Grauzone erhalten.
Wo Geld fließt, sind Gangster unterwegs, manchmal auch blutige Anfänger. Es war im März, als vier maskierte und mit Machete und Schrecksschusspistole bewaffnete Männer im Alter von 19 bis 21 Jahren das Turnier der EPT in Berlin überfielen. Kein Geniestreich, eher tölpelhaft gingen die Pokerräuber vor, an den Tischen brach Panik aus.
„Schüsse, Raubüberfall, Massenpanik“, schrieb Marc Gork auf Facebook. „Der schwärzeste Tag in der Geschichte des deutschen Pokers. Wahrscheinlich der größte Alptraum bei einem Poker Event den die Welt bisher erlebt hat." Zwei Wochen später waren alle Täter gefasst. Mehr als drei Jahre Knast müssen sie absitzen. Nur die Beute von rund 240.000 Euro scheint für immer verschwunden (http://www.tagesspiegel.de/berlin/die-beute-bleibt-wohl-fuer-immer-verschwunden/1894982.html).
Auch an den Tischen gab es Gauner. Auf PokerStars flogen ein Bot-Ring und eine Truppen Chinesen auf, die sich bei Sit-and-Gos absprachen. Und die gute Nachricht dabei ist, dass sie aufflogen (http://www.pokern.com/blog/victor-vega/spieler-hasardeure-gauner-pokerfluffer.html). Schlagzeilen machte der Fall Ali Tekintamgac. Er wurde beim Finale der Partouche Poker Tour überführt. Er hatte Blogger, die angeblich über das Turnier berichteten, darauf angesetzt, die Karten seiner Gegner auszuspähen. Wenigstens gewann mit Vanessa Selbst eine Spielerin, die zu den außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Pokerwelt gehört. Das tröstet.
Full Tilt und PokerStars gönnten sich auch 2010 nichts. Den Preis zahlen die Fans von High Stakes Poker. Die beliebte Sendung wird in diesem Jahr ohne die Full Tilt-Pros aufgezeichnet. Dwan, Antonius und Ivey spielen nicht mit, weil PokerStars der Sponsor ist. Full Tilt fürchtet, dass die eigenen Spieler unfreiwillig dem Marketing des Konkurrenten PokerStars dienen könnten. Und alles fing damit an, dass PokerStars 2009 nicht mehr zuließ, dass Pokerstars-Pros bei der Full Tilt Show „Poker after dark“ spielten. High Stakes Poker ohne Dwan und Ivey – derber Cooler.
Dafür spielt Phil Laak mit, der 2010 kurzfristig den Weltrekord im Dauerpoker von 115 Stunden aufstellte und überlebte, wie wenig später auch einen Unfall mit einem ATV (http://pokerati.com/2010/08/05/ouch-unabomber-hospitalized-after-atv-crash-picture-of-bloody-phil-laak/). Wer weiß, vielleicht spielt Isildur1 bei HSP mit, der inzwischen bei PokerStars unter Vertrag steht, und das könnte der Moment sein, in dem wir endlich erfahren, wer der große Unbekannte wirklich ist.
Ohne die WSOP geht es auch in diesem unvollständigen Jahresrückblick nicht. Die WSOP sah zunächst aus wie eine Familienfeier aus dem Hause Mizrachi. Beim Event Nr. 2, der $50.000 Poker Player Championchip, saßen die Brüder Robert und Michael am Finaltisch. Der Grinder, Michael Mizrachi, gewann schließlich, sein Bruder wurde Fünfter. Beim Main Event kamen gleich alle vier Brüder ins Geld - Eric wurde 718., Donny 345., Robert schied als 116. aus und Michael erreichte den Final Table. Zwischenzeitlich hatte Tom Dwan seinen Pokerfreunden in Las Vegas das Fürchten gelehrt. Fast hätte er sein erstes Armband gewonnen und damit durch Seitenwetten ein paar Millionen verdient. Gerüchten zufolge standen 5 bis 20 Millionen auf dem Spiel. Dwan verlor jedoch im Heads Up des Event Nr. 8, $1.500 No Limit Holdem, gegen Simon Watt.
Große Dramen spielten sich wie gewohnt beim Main Event ab. Der spätere Sieger Jonathan Duhamel brauchte jede Menge Dusel, um Matt Affleck aus dem Turnier zu werfen. Es war eine wichtige Hand für Duhamel, und eine brutale Riverkarte für Affleck, mit der sich sein großer Traum in Luft auflöste. Seine Augen weiteten sich vor Entsetzen, der Rest war ein minutenlanger Schock und ein Ringen um Fassung.
Duhamel war auch das Schicksal von Michael Mizrachi, der einen respektablen 5. Platz belegt.
Duhamel erledigte auch Joseph Cheong, der lange den Chiplead hatte. Eine legendäre Blind Battle vor dem Flop.
Vielleicht ein Blow up und auf jeden Fall eines der lässigsten Bust-Out-Interviews in der Geschichte des Poker. Ein Preisgeld von gut vier Millionen Dollar hat vermutlich eine ungemein entspannende Wirkung.
Joseph Cheong liegt vorne. Bleibt lässig.
Victor Vega
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